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Polizei warnt vor neuer Betrugsmasche - gezielt russischsprachige Senioren betroffen

Hannover. Seit Januar 2026 beobachten die Strafverfolgungsbehörden bundesweit eine neue Vorgehensweise im Zusammenhang mit sogenannten Schockanrufen. Die Täter haben mit der vergleichsweise neuen Masche bundesweit mittlerweile Schäden im mittleren siebenstelligen Bereich verursacht. Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Hannover wurden seit Ende Januar 2026 bereits zwölf vollendete Taten registriert. Die dabei entstandene Gesamtschadenssumme ist erheblich.

Auffällig bei dieser neuen Betrugsmasche ist insbesondere die gezielte Auswahl der Betrogenen. Die unbekannten Tätergruppen kontaktieren ausschließlich russischsprachige Seniorinnen und Senioren telefonisch. Die Gespräche werden ebenfalls in russischer Sprache geführt.

Die Anrufer geben sich dabei als Angehörige einer russischen Polizeieinheit aus und berichten von einem schweren Verkehrsunfall, den eine verwandte Person verursacht haben soll. Dabei behaupten die Täter, der Verwandte habe einen tödlichen Unfall verursacht und liege selbst schwer verletzt im Krankenhaus.

Im weiteren Verlauf fordern die Täter Geld von den Angerufenen. Hierbei bedienen sie sich bislang zweier unterschiedlicher Begründungen:

Entweder behaupten sie, dem Verwandten drohe aufgrund der Verursachung des tödlichen Verkehrsunfalls eine Haftstrafe. Diese könne jedoch durch die Zahlung einer Kaution abgewendet werden.

Andererseits erklären die Täter, der angeblich verletzte Angehörige benötige aufgrund des Unfalls eine komplizierte und kostenintensive Operation, die kurzfristig bezahlt werden müsse.

In beiden Fällen werden die Seniorinnen und Senioren angewiesen, eine Tasche mit Kleidung und persönlichen Gegenständen für den angeblichen Krankenhausaufenthalt des Verwandten zu packen. In diese Tasche sollen sie zudem den geforderten Geldbetrag legen.

Ausschlaggebend ist jeweils, das Vorgaukeln der hohen zeitlichen Dringlichkeit, womit versucht wird enormen Druck auf die Angerufenen auszuüben.

Anschließend wird die Tasche an einen Taxifahrer oder eine Taxifahrerin bzw.

einen anderen Fahrdienstleister übergeben. Diese Personen wurden zuvor von den Tätern beauftragt, eine Tasche für ein Krankenhaus abzuholen. In der Regel sind die Fahrdienstleister im Glauben, dass alles rechtens ist, und sie haben keine Kenntnis von der Straftat. Nach der Abholung übergeben sie die Tasche an ein weiteres Mitglied der Tätergruppierung.

Nach derzeitigen Erkenntnissen ist diese Vorgehensweise bundesweit das aktuell am häufigsten auftretende Call-Center-Betrugsdelikt. Die Fallzahlen zeigen eine steigende Tendenz.

Im Rahmen einer groß angelegten Kampagne hat die Polizei Hannover zuletzt über mehrere Wochen Angehörige, Mitarbeitende von Beratungsstellen sowie Seniorinnen und Senioren über das Kriminalitätsphänomen sensibilisiert.

Da hier insbesondere russischsprachige Seniorinnen und Senioren betroffen sind, kann der im Anhang übersandte Flyer genutzt und verbreitet werden.


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