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Katzenkastrationsaktion startet im November - Land stellt knapp 70.000 Euro bereit

Symbolfoto. Quelle: pixabay.

Hannover. Das Land Niedersachsen setzt sein Engagement gegen die unkontrollierte Vermehrung freilebender Hauskatzen fort. Die landesweite Katzenkastrationsaktion 2026 findet vom 5. November bis voraussichtlich zum 15. Dezember statt. Tierschutzvereine, Tierheime und ehrenamtliche Futterstellenbetreuerinnen und -betreuer können in diesem Zeitraum freilebende Hauskatzen, sogenannte Streunerkatzen, in teilnehmenden Tierarztpraxen kostenfrei kastrieren lassen.

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In den vergangenen acht Jahren konnten im Rahmen der landesweiten Kastrationsaktionen bereits rund 21.000 Streunerkatzen kastriert werden. Die diesjährige Aktion wird erneut federführend vom Deutschen Tierschutzbund Landestierschutzverband Niedersachsen e. V. begleitet. Tierarztpraxen, die sich beteiligen möchten, erhalten in Kürze weitere Informationen.

Staatssekretärin des Landwirtschaftsministeriums, Frauke Patzke: „Wir wollen das Leid freilebender Katzen in Niedersachsen wirksam verringern. Mit der landesweiten Kastrationsaktion leisten wir nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Tierschutz, sondern entlasten zugleich viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die sich täglich um die Streunerkatzen kümmern. Gleichzeitig sind auch die Katzenhalterinnen und -halter gefragt: Wer seine Katze bereits vor dem ersten Freigang kastrieren lässt, trägt entscheidend dazu bei, unkontrollierte Vermehrung und damit weiteres Tierleid zu verhindern.“

Niedersächsische Landestierschutzbeauftragte, Dr. Julia Pfeiffer-Schlichting: „Jährliche Kastrationsaktionen von Freigängerkatzen können langfristig ihre Wirkung nur entfalten, wenn auch die in menschlicher Obhut gehaltenen Freigängerkatzen kastriert werden. Um langfristig wirksame Verbesserungen zu erreichen, ist eine landesweite Katzenverordnung mit verpflichtender Kennzeichnung, Registrierung und Kastration von Freigängerkatzen erforderlich. Ohne verbindliche Regelungen kämpfen die Katzenschützerinnen und Katzenschützer vielerorts einen kaum zu gewinnenden Kampf gegen das Anwachsen der Streunerkatzenpopulation und das damit verbundene Tierleid.“

Das Land Niedersachsen stellt für die diesjährige Kastrationsaktion knapp 70.000 Euro bereit. Gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund e.V., dem Verband Niedersächsischer Tierschutzvereine e.V., dem Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V., TASSO e.V., Vier Pfoten e.V. sowie einem seiner Mitgliedsvereine stockt der Landestierschutzverband Niedersachsen e.V. den Betrag auf, so dass in diesem Jahr insgesamt mehr als 200.000 Euro für die Kastration freilebender Hauskatzen zur Verfügung stehen. Da der Bedarf jedoch sehr hoch ist, könnten die bereitgestellten Mittel wie bereits in den vergangenen Jahren innerhalb kurzer Zeit ausgeschöpft sein.

Unkastrierte Katzen mit Freigang aus Privathaushalten tragen wesentlich zur Vermehrung der Streunerkatzenpopulation bei. Die Folgen sind erhebliches Tierleid sowie eine zunehmende Belastung der Tierheime und Kommunen. Katzenhalterinnen und Katzenhalter sind daher aufgerufen, ihre Tiere vor dem ersten Freigang kastrieren zu lassen.

Aus Sicht des Landes ist die Fortführung der Kastrationsaktionen ein wichtiger Beitrag zur Eindämmung der Streunerkatzenpopulation und kann eine künftige landesweite Katzenverordnung sinnvoll flankieren. Die Katzenverordnung selbst kann mittelfristig dazu beitragen, die Tierheime zu entlasten und die Kosten für die Kommunen zu senken. Der Entwurf einer Katzenverordnung befindet sich aktuell in der Ressortabstimmung.

Hintergrund:

Freilebende Hauskatzen und ihre Nachkommen bleiben Hauskatzen, auch wenn sie den direkten Kontakt zum Menschen verloren haben. Sie sind weiterhin auf menschliche Versorgung und Betreuung angewiesen. Ohne diese Hilfe drohen ihnen Mangelernährung, Parasitenbefall und schwere Infektionskrankheiten, die unbehandelt häufig zum Tod führen.

Zu den gesundheitlichen Belastungen zählen unter anderem Magen-Darm-Würmer, Toxoplasmen, Milben und Flöhe sowie Infektionskrankheiten wie Katzenschnupfen, Katzenleukose und feline Anämie. Zudem können sich freilebende Katzen bei unkontrollierter Vermehrung und fehlender medizinischer Versorgung zu einer Infektionsquelle für gehaltene Hauskatzen mit Freigang entwickeln.

Die Kastration weiblicher und männlicher Katzen verhindert unkontrollierte Fortpflanzung und trägt dazu bei, die Population freilebender Hauskatzen wirksam einzudämmen. Die landesweite Kastrationsaktion leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Tierschutzes in Niedersachsen.