Neustadt/Wunstorf. Wer nach der Jugendzeit seinen Platz im Leben sucht, verliert oft auch den Kontakt zur Kirche. Genau hier setzt die Arbeit von Merit Breier an. Die 25-jährige Diakonin ist seit März im Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf tätig und soll Angebote für junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren entwickeln.
„Es ist eine besondere Herausforderung junge Erwachsene kirchlich wieder zu erreichen“, sagt Breier. Die Neustädterin kennt die Situation aus eigener Erfahrung. Sie ist in der Region aufgewachsen und war selbst in der Jugendarbeit aktiv. Den Bruch, der nach dieser Phase häufig entsteht, hat sie im eigenen Umfeld erlebt.
Gerade in den Jahren, in denen sich vieles entscheidet – Ausbildung, Studium, Berufseinstieg oder Partnerschaft – fehlen oft passende kirchliche Angebote. „Wie finde ich das, was für mich richtig ist? Wofür brennt mein Herz?“, beschreibt Breier typische Fragen dieser Lebensphase. „Gerade hier braucht es unverkrampfte kirchliche Angebote.“
Stattdessen verliere die Kirche viele junge Menschen genau an dieser Stelle. „Leider wird auf die Arbeit mit jungen Erwachsenen in kirchlichen Angeboten nur selten ein Schwerpunkt gelegt“, sagt Breier. Besonders schwer wiege das, weil viele zuvor über Jahre ehrenamtlich aktiv gewesen seien. „Genau diese Lücke möchte ich mit meiner Arbeit füllen und eine Schnittstelle zwischen Jugend und Erwachsenwerden schaffen“, sagt sie.
„Ich denke, viele junge Erwachsene suchen in der Kirche gezielt nach Angeboten, die für sie gemacht sind und ihrer Lebensrealität entsprechen. Da besteht noch eine Lücke und ein Bedarf“, findet die junge Diakonin.
„Kirche ist in anderen Bereichen stark. Bei der Kinder- und Jugendarbeit oder für Familien und Senioren wird viel getan. Angebote ausschließlich für junge Erwachsene fehlen oft“, sagt sie. „Dabei finde ich dass jede Form von kirchlichem Leben, besonders auch die Sonntagsmorgen-Gottesdienste wichtig sind. Nur vielleicht eben nicht für meine Zielgruppe.“
Die Folge sei ein schleichender Rückzug. „Viele junge Leute verabschieden sich – auch innerlich – von der Kirche“, sagt Breier. „Kirche kann alt aussehen. Und an manchen Stellen ist sie es.“
Mit ihrer neuen Aufgabe plant sie, dem entgegenzuwirken. Geplant sind unter anderem Freizeiten für junge Erwachsene, neue Andachtsformate sowie Gesprächsangebote zu Lebens- und Glaubensfragen. Auch niedrigschwellige Formate sollen eine Rolle spielen – etwa gemeinsame Kochabende oder offene Begegnungsangebote.
Wichtig ist Breier dabei ein offener Ansatz: „Die Angebote sollen nicht am Schreibtisch entstehen. Ich möchte mit jungen Erwachsenen ins Gespräch kommen und gemeinsam entwickeln, was wirklich gebraucht wird.“
Breier hat Soziale Arbeit und Religionspädagogik studiert und ihr Anerkennungsjahr in der Gesamtkirchengemeinde Linden-Limmer in Hannover absolviert. Dort lag ihr Schwerpunkt auf der Arbeit mit Kindern und Familien sowie der Begleitung Ehrenamtlicher.
Erreichbar ist Merit Breier telefonisch unter 0151-67677488, per Mail an merit.breier(at)evlka.de oder über Instagram unter diakonin_merit.

