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Barsinghausen leuchtet blau: Zeichen der Solidarität für ME/CFS-Betroffene

Quelle: Heiner Koops.

Barsinghausen. Am Abend des 12. Mai werden weltweit öffentliche Gebäude blau beleuchtet – als sichtbares Zeichen für Menschen, die an ME/CFS erkrankt sind. Die Initiative „Lightupthenight4ME" ruft unter dem Motto „Unsere Hoffnung trägt blau" dazu auf, auf die prekären Lebensumstände und die vielfach unzureichende Versorgungssituation der Betroffenen aufmerksam zu machen. Im vergangenen Jahr beteiligten sich deutschlandweit bereits über 270 öffentliche Gebäude. In diesem Jahr ist auch Barsinghausen dabei.

Klosterkirche und Gemeindehaus erstrahlen in Blau

Die Klosterkirche und das Gemeindehaus der Mariengemeinde am MSA-Platz in Barsinghausen werden in der Nacht des 12. Mai blau beleuchtet. Heiner Koops, Mitglied des Kirchenvorstands und Vater zweier erkrankter Kinder, erläutert die Beweggründe: „Wir möchten mit der Aktion ein Zeichen der Solidarität für Menschen mit ME/CFS setzen. Die Erkrankung mindert die Lebensqualität deutlich, so dass der überwiegende Teil der erkrankten Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt zur Schule oder Arbeit gehen und meist nicht am alltäglichen gesellschaftlichen Leben teilhaben kann. Diese Menschen verschwinden wortwörtlich aus der Gesellschaft. Wir möchten sie und ihr Leiden sichtbar machen."

Was ist ME/CFS?

ME/CFS – Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom – ist eine schwere neuroimmunologische Erkrankung. Betroffene leiden unter einem deutlich geminderten Energieniveau auf körperlicher, kognitiver und emotionaler Ebene sowie unter Symptomen wie Schmerzen, schwerer Erschöpfung und Herz-Kreislaufproblemen. Besonders kennzeichnend ist die sogenannte Belastungsintoleranz: Überschreiten Betroffene ihr reduziertes Leistungsniveau, kann es zu einer massiven Verschlimmerung der Symptome und einer teils dauerhaften Verschlechterung ihres Zustands kommen.

Obwohl die Erkrankung seit mehr als 50 Jahren bekannt ist, wurde ihre Erforschung lange vernachlässigt. Betroffene wurden und werden häufig stigmatisiert und fälschlicherweise als psychisch krank diagnostiziert. Durch die Corona-Pandemie hat sich die Zahl der Erkrankten mehr als verdoppelt. Deutschlandweit gibt es nach aktuellen Schätzungen etwa 657.000 Betroffene, darunter mindestens 80.000 Kinder und Jugendliche.

Liegenddemo in Hannover am 9. Mai

Bereits am Samstag, den 9. Mai, findet von 11 bis 13 Uhr auf dem Platz der Menschenrechte in Hannover eine Liegenddemo statt. Betroffene, Angehörige und Initiativen legen sich dabei symbolisch auf den Boden, um auf die Situation der ME/CFS-Kranken aufmerksam zu machen. Neben Redebeiträgen gibt es auch Informationsstände. Heiner Koops appelliert: „Wir hoffen auch dort auf viele Teilnehmer, die sich informieren und sich für eine bessere Versorgung der Betroffenen einsetzen."