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Barsinghausen soll von Erasmus+ profitieren: Antrag setzt auf internationalen Austausch

Kerstin Beckmann und Thomas Struß von ‚Aktiv für Barsinghausen‘ (AfB-WG).

Barsinghausen. Die Stadt Barsinghausen könnte künftig stärker von europäischen Förderprogrammen profitieren. Ein Antrag von ‚Aktiv für Barsinghausen‘ (AfB-WG) für den Rat der Stadt sieht vor, die Voraussetzungen für eine Teilnahme am EU-Förderprogramm Erasmus+ im Bereich der öffentlichen Verwaltung und kommunalen Zusammenarbeit zu schaffen. Ziel ist es, internationale Erfahrungen für Verwaltung und Kommunalpolitik nutzbar zu machen und gleichzeitig Fördermittel nach Barsinghausen zu holen.

Nach dem Antrag soll die Stadtverwaltung zunächst eine sogenannte Organisationskennung (OID) über das Registrierungsportal der Europäischen Kommission beantragen. Diese Kennung ist Voraussetzung für die Teilnahme am Erasmus+-Programm.

Im nächsten Schritt sollen die Registrierung und die Akkreditierung bei der zuständigen Nationalen Agentur für Erasmus+ erfolgen. Anschließend soll die Verwaltung Fördermittel aus dem Programm beantragen.

Der Rat soll regelmäßig über den Fortschritt des Verfahrens, eingeworbene Fördergelder, durchgeführte Projekte sowie die gewonnenen Erkenntnisse informiert werden.

Internationale Erfahrungen für Beschäftigte und Ratsmitglieder

Die Fördermittel sollen unter anderem für sogenannte „Job Shadowings“ genutzt werden. Dabei erhalten Mitarbeitende die Möglichkeit, den Arbeitsalltag in anderen europäischen Verwaltungen kennenzulernen und von deren Erfahrungen zu profitieren.

Geplant sind darüber hinaus Kurzzeitpraktika, Fachkräfteaustausche, Fortbildungen und Hospitationen im europäischen sowie außereuropäischen Ausland. Auch Beschäftigte städtischer Beteiligungen, Eigenbetriebe und kommunaler Unternehmen könnten von den Programmen profitieren.

Besonders hervorheben die Antragsteller die Rolle der Ratsmitglieder. Diese sollen ausdrücklich die Möglichkeit erhalten, an Fachbesuchen, Austauschprogrammen und Mobilitätsprojekten teilzunehmen.

Herausforderungen gemeinsam angehen

In der Begründung des Antrags wird darauf verwiesen, dass Kommunen in ganz Europa vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Themen wie Digitalisierung, Fachkräftemangel, Klimaschutz, Bürgerbeteiligung oder nachhaltige Stadtentwicklung beschäftigten Städte und Gemeinden gleichermaßen.

Durch den direkten Austausch könnten erfolgreiche Lösungsansätze kennengelernt und auf die örtlichen Gegebenheiten übertragen werden. Dies könne sowohl die Verwaltungsarbeit als auch die kommunalpolitische Entscheidungsfindung verbessern.

Mehr Attraktivität für die Stadtverwaltung

Nach Ansicht der Antragsteller bietet eine Teilnahme an Erasmus+ zahlreiche Vorteile für Barsinghausen. Neben der stärkeren internationalen Vernetzung könne die Verwaltung von neuen Ideen und bewährten Verfahren aus anderen Ländern profitieren.

Zudem könne die Stadt ihre Attraktivität als Arbeitgeberin steigern und die interkulturellen Kompetenzen ihrer Mitarbeitenden ausbauen. Langfristig könnten neue Partnerschaften mit europäischen und außereuropäischen Kommunen entstehen.

Ein weiterer Vorteil sei die Möglichkeit, Austauschmaßnahmen über EU-Fördermittel finanzieren zu lassen.

Vorbild sind andere deutsche Städte

In der Antragsbegründung wird darauf verwiesen, dass zahlreiche Kommunen in Deutschland Erasmus+ bereits erfolgreich nutzen. Als Beispiele werden Wuppertal, Bochum, Gelsenkirchen und Aachen genannt. Dort werde das Programm eingesetzt, um Verwaltungskompetenzen auszubauen und internationale Netzwerke zu stärken.

Die Antragsteller sehen darin auch für Barsinghausen eine Chance. Die Teilnahme verursache zunächst lediglich einen überschaubaren organisatorischen Aufwand, eröffne jedoch weitreichende Möglichkeiten für Wissenstransfer, internationale Zusammenarbeit und zusätzliche Fördermittel.

Zeichen für Offenheit und internationale Zusammenarbeit

Nach Auffassung der Antragsteller sollte Barsinghausen gerade in einer Zeit, in der internationale Zusammenarbeit zunehmend unter Druck gerate, ein Zeichen für Offenheit und Vernetzung setzen. Europa dürfe nicht abstrakt bleiben, sondern müsse für die Menschen vor Ort erlebbar werden.

Mit einer Teilnahme am Erasmus+-Programm könnte die Stadt nach Ansicht der Initiatoren eine Vorreiterrolle in Niedersachsen einnehmen und gleichzeitig von den Erfahrungen anderer Kommunen profitieren.