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Besucherbergwerk Klosterstollen blickt auf erfolgreiches Jahr zurück und stellt Weichen für die Zukunft

Foto: Jürgen Kaiser; Alte Zeche gGmbH.

Barsinghausen. Mit einer positiven Bilanz des Geschäftsjahres 2025 und einem zuversichtlichen Blick auf die kommenden Jahre ist die 71. Gesellschafterversammlung der Alte Zeche gemeinnützige Betriebs GmbH am 27. Oktober zu Ende gegangen. Die Gesellschafter würdigten die geleistete Arbeit und die positive Entwicklung des Besucherbergwerks Klosterstollen. Der Jahresabschluss 2025 wurde festgestellt und den beiden Geschäftsführern Dr.-Ing. Hans-Werner Röth und Wilfried Klatt Entlastung erteilt.

Neben dem Rückblick auf das abgeschlossene Geschäftsjahr standen insbesondere die Weiterentwicklung des Museums, die Modernisierung des Besucherbergwerks und neue Angebote für die Besucher im Mittelpunkt.

Erfolgreiches Jahr und positive Entwicklung

Das Besucherbergwerk Klosterstollen konnte auch 2025 seine Bedeutung als touristisches und bergbauhistorisches Angebot in der Region Hannover unter Beweis stellen. Die Nachfrage nach Grubenführungen und besonderen Erlebnisangeboten zeigt, dass die Geschichte des Steinkohlenbergbaus im Deister weiterhin auf großes Interesse stößt.

Besonders erfreulich verlief der gesamte Besucherbetrieb erneut unfallfrei. Auch wirtschaftlich konnte die Gesellschaft das Geschäftsjahr mit einem positiven Ergebnis abschließen.

Die Gesellschafter zeigten sich mit der geleisteten Arbeit zufrieden und würdigten insbesondere das Engagement, mit dem der Betrieb des historischen Besucherbergwerks aufrechterhalten und gleichzeitig weiterentwickelt wird.

Stadt Barsinghausen stärkt die Zukunft des Klosterstollens

Eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung bildet das verstärkte Engagement der Stadt Barsinghausen. Mit der vorgesehenen Neuordnung der Zuständigkeiten zwischen der Stadt und der Alte Zeche gGmbH sollen die organisatorischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen langfristig verbessert werden.

Die Geschäftsführung nutzte die Gesellschafterversammlung auch, um sich ausdrücklich für diese Unterstützung zu bedanken. Ihr Dank galt Bürgermeister Henning Schünhoff, den Fraktionen im Rat der Stadt Barsinghausen sowie der Stadtverwaltung.

„Wir erleben eine sehr konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt. Besonders erfreulich ist, dass die Zukunft des Klosterstollens über die Fraktionsgrenzen hinweg unterstützt wird. Dieses Engagement ist keineswegs selbstverständlich und gibt uns die notwendige Perspektive für die kommenden Aufgaben“, betonen die beiden Geschäftsführer.

Neues Bergbaumuseum als bedeutendes Zukunftsprojekt

Ein Schwerpunkt der kommenden Jahre ist die Neugestaltung des Bergbaumuseums unter dem Titel „Berg.Werk.Kultur Barsinghausen“.

Nachdem der Rat der Stadt Barsinghausen bereits im Juni die Grundlage für das neue Museumskonzept geschaffen hatte, laufen die Vorbereitungen für die Umsetzung. Ziel ist es, die Geschichte des Steinkohlenbergbaus im Deister zeitgemäß, anschaulich und für unterschiedliche Altersgruppen erlebbar zu machen.

Das neue Museum soll dabei nicht isoliert betrachtet werden. Vielmehr sollen die Ausstellung über Tage und die Führungen unter Tage künftig noch stärker aufeinander abgestimmt werden. So entsteht ein zusammenhängendes Erlebnis, das historische Informationen, authentische Bergbaugeschichte und unmittelbare Eindrücke aus dem ehemaligen Steinkohlenbergwerk miteinander verbindet.

Die Fertigstellung des neuen Museums wird für 2027 angestrebt.

Digitalisierung und technische Weiterentwicklung

Auch unter Tage schreitet die Modernisierung voran. Mit der Verlegung von Glasfaserleitungen und dem Aufbau einer digitalen Infrastruktur wurden wichtige Grundlagen geschaffen.

Künftig sollen unter anderem Kameras, digitale Kommunikationsmöglichkeiten und Sensoren dazu beitragen, die betrieblichen Abläufe und die Sicherheit weiter zu verbessern. Dabei soll der historische Charakter des Besucherbergwerks selbstverständlich erhalten bleiben.

Weitere Aufgaben bilden die Instandhaltung und technische Überprüfung der Grubenbahn sowie die schrittweise Erneuerung der Gleisanlagen.

Neue Sonderfahrten sollen Besucher begeistern

Neben den klassischen Grubenführungen möchte die Gesellschaft künftig verstärkt besondere Erlebnisangebote entwickeln. Die Planungen für 2027 waren ebenfalls Thema der Gesellschafterversammlung.

Mit zusätzlichen Themen- und Sondereinfahrten sollen neue Besuchergruppen angesprochen und auch Menschen für den Klosterstollen begeistert werden, die das Bergwerk bereits kennen.

Ein Beispiel für diese Entwicklung ist die Halloween-Veranstaltung „Das Flüstern des Bergmanns“, die am 31. Oktober 2026 stattfindet. Mit einer spannenden Geschichte, besonderen Licht- und Nebeleffekten sowie überraschenden Begegnungen wird die historische Stollenanlage zu einer außergewöhnlichen Erlebniswelt.

Für 2027 sind weitere Halloween-Fahrten sowie neue Veranstaltungsformate geplant. Dazu gehört unter anderem „Licht aus! – Abenteuer unter Tage“, ein besonderes Erlebnisangebot für Familien. Auch eine Weihnachtsveranstaltung im Bergwerk ist vorgesehen.

Daneben sollen die bereits etablierten Bier- und Whisky-Touren weiterhin das reguläre Führungsangebot ergänzen.

Deistertag soll stärker gemeinsam gestaltet werden

Unabhängig von den Beratungen der Gesellschafterversammlung gibt es auch Überlegungen, den Deistertag am 2. Mai 2027 stärker gemeinsam mit der Stadt Barsinghausen und weiteren örtlichen Einrichtungen zu gestalten. Das städtische Tourismusbüro soll dabei die Koordination übernehmen und weitere Barsinghäuser Institutionen und Vereine einbinden. Auch die Stadt soll sich mit ihren Angeboten präsentieren können.

NDR berichtet über besonderen Ort im Deister

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt das Interesse des Norddeutschen Rundfunks am Besucherbergwerk Klosterstollen.

Im Rahmen der Reihe „Mein Lieblingsplatz“ besuchte ein NDR-Team das Bergwerk und begleitete Geschäftsführer Wilfried Klatt unter Tage. Der Beitrag zeigt den Klosterstollen als besonderen Ort, an dem die Bergbaugeschichte des Deisters bis heute lebendig geblieben ist.

Die Ausstrahlung ist nunmehr für den 7. November 2026 vorgesehen. Die Geschäftsführung freut sich über das Interesse des Senders und die Möglichkeit, das Besucherbergwerk einem breiten Publikum vorzustellen.

Zwei langjährige Gesellschaftervertreter verabschiedet

Ein besonderer Moment der Versammlung war die Verabschiedung von Ulrich „Ulli“ Nitschke und Karl-Heinz Tiemann, die letztmalig in ihrer bisherigen Funktion als Vertreter der Stadt Barsinghausen an einer Gesellschafterversammlung teilnahmen.

Beide haben die Entwicklung der Gesellschaft über viele Jahre begleitet und sich für den Erhalt und die Zukunft des Besucherbergwerks eingesetzt. Dabei brachten sie nicht nur ihre kommunalpolitische Erfahrung ein, sondern beteiligten sich auch aktiv an den Diskussionen und Entscheidungen zur Weiterentwicklung des Klosterstollens.

Die beiden Geschäftsführer Dr.-Ing. Hans-Werner Röth und Wilfried Klatt bedankten sich persönlich für die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit, die Unterstützung und das Engagement.

„Ein Besucherbergwerk wie der Klosterstollen lebt nicht allein von Gebäuden, Technik und historischen Anlagen, sondern vor allem von Menschen, die sich für seinen Erhalt einsetzen. Dazu haben beide über viele Jahre ihren Beitrag geleistet.“

Als Zeichen der Anerkennung erhielten die beiden ausscheidenden Vertreter ein kleines Präsent.

Ehrenamtliche und Förderverein als wichtige Stützen

Zum Abschluss richtete die Geschäftsführung ihren Dank auch an den Förderverein Besucherbergwerk Klosterstollen und die zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer.

Ob bei Grubenführungen, technischen Arbeiten, der Instandhaltung oder bei Sonderveranstaltungen: Das Engagement der Ehrenamtlichen ist eine wesentliche Grundlage für den Betrieb und die Weiterentwicklung des Besucherbergwerks.

Die Geschäftsführung blickt deshalb zuversichtlich auf 2027. Mit dem neuen Museum, der fortschreitenden Digitalisierung, der Unterstützung durch die Stadt Barsinghausen und zusätzlichen Erlebnisangeboten sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, den Klosterstollen auch künftig als lebendigen Ort der Bergbaugeschichte zu erhalten.

„Wir wollen das Bewährte erhalten, gleichzeitig aber auch neue Wege gehen, um den Klosterstollen für kommende Generationen attraktiv zu gestalten“, so die beiden Geschäftsführer.