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Bürgerinitiative fragt nach: So positionieren sich die Hemminger Parteien

Symbolfoto. Quelle: pixabay.

Hemmingen. „Die Kandidaten für den Stadtrat und das Bürgermeisteramt in Hemmingen sind für Tempo 70 auf der B3 neu und den Sprinti“, so kommentiert Matthias Hamann von der Bürgerinitiative „Wer Straßen sät, wird Autos ernten“ e.V. die Auswertung der Antworten der Parteien und von Jan Dingeldey zu den Wahlbauprüfsteinen der BI. SPD und FDP hatten zu den Fragen keine Stellung genommen.

Auch wenn alle die Realisierbarkeit für ein Tempolimit aktuell als begrenzt einschätzen, will die CDU entsprechende Initiativen der Stadt unterstützen. Jan Dingeldey würde ein Modellprojekt der Straßenbaubehörde für die Verstetigung des Verkehrs begrüßen. Die Grünen meinen, dass es oft mehrerer Anläufe bedarf, um Erfolg zu haben. Ähnlich äußert sich Die Linke.

Während Die Linke für die bessere Erreichbarkeit der Stadtbahn eine Ringbuslinie favorisiert, befürworten der Bürgermeisterkandidat, Die Grünen, die DUH und die CDU die Ausdehnung des Rufbus-Angebots Sprinti auch auf Hemmingen. Dies könnte für die kleineren Stad eile „einen echten Unterschied machen“, so die CDU.

Das Aus für das PV-Projekt an der B3neu wird von allen Befragten bedauert. Trotz der Befürwortung von Lärmschutz und PV unterliege die Erhöhung der Wälle an der B3 neu auch zukünftig technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, so relativ übereinstimmend der Bürgermeister, die CDU und Die Grünen. Letztgenannte sehen, „dass die Lärmbelastungen an der Strecke groß sind“. Die Linke hält Büsche und Bäume für Lärmreduktion eher geeignet.

Alle Befragten sprechen sich für ein grünes Hemmingen aus. Zum Thema Baumschutz ergab die Auswertung aber ein unterschiedliches Bild. Die Linke und die Grünen fordern eine Baumschutzsatzung, letztere auch eine Baumförderrichtlinie für Privatgärten. Die DUH hält eine Baumschutzsatzung für „kontraproduktiv“. Die Bürgerinitiative hatte auch gefragt, wie man zu dem Vorschlag stehe, nach notwendigen Fällungen die Zahl der Nachpflanzungen ökologisch angemessen zu erhöhen.

Jan Dingeldey hält einen angemessenen ökologischen Ersatz für notwendig, den er bei einer Kompensation im Verhältnis 1:3 sieht. Die CDU meint, man pflanze „auch ohne Quote gern neue Bäume“. Aufgrund der überragenden Bedeutung für das Stadtklima und den Artenschutz halten die Grünen grundsätzlich den Erhalt vor Fällung und eine frühestmögliche Integra on von Bestandsbäumen in Planungen für erforderlich. Vor diesem Hintergrund kritisieren sie die geplante Fällung der Robinien in Arnum in Verantwortung der Stadt. Der Bürgermeisterkandidat hält die Fällung „einzelner Bäume“ für vertretbar, wenn nur so „die Verkehrsinfrastruktur sinnvoll saniert oder verbessert werden kann“. Ansonsten sollten die Bäume stehen bleiben.

Die Grünen und DUH weisen auf die begrenzten Flächen für Nachpflanzungen in Hemmingen hin. Der Bürgermeisterkandidat und die Grünen fordern diesbezüglich den Erwerb von Aufforstungsflächen. Die Linke fordert, an prekären Standorten bei Nachpflanzungen nur geeignete Baumarten zu verwenden.

Alle Befragten sprechen sich für den gegenseitigen rücksichts- und respektvollen Umgang aller Nutzer der Hemminger Landschaft - Landwirte, Radfahrer, Wanderer und Erholungssuchende - untereinander aus.

Matthias Hamann von der Bürgerinitiative zeigte sich mit der Beteiligung an der Befragung zufrieden. Die ungekürzten Antworten der Parteien und des Bürgermeisterkandidaten finden sich auf der Webseite der BI „Wer Straßen sät, wird Autos ernten“ e. V..