Vorstellung der Kandidaten:
Marlo Kratzke: „Ich bin Marlo Kratzke, 34 Jahre alt und seit 2021 Bürgermeister der Stadt Ronnenberg. Ursprünglich komme ich aus der Wirtschaft. Ich habe eine Ausbildung zum Industriekaufmann und ein duales Studium bei einem Maschinenbau-Zulieferer absolviert und später einen Master in Wirtschaftspsychologie gemacht. Als Bürgermeister möchte ich ansprechbar sein, Anliegen ernst nehmen und Ronnenberg zugleich strategisch für die Zukunft aufstellen. Deshalb habe ich in meiner ersten Amtszeit einen neuen Weg eingeschlagen, den ich weitergehen möchte.“
Stephanie Harms: „Ich bin in Ronnenberg aufgewachsen. Kommunalpolitik hat mich früh gepackt – als Ratsmitglied, Fraktionsvorsitzende und Bürgermeisterin. Heute arbeite ich als Rechnungsprüferin und Vergabemanagerin für zwei Kommunen. Ich bringe Erfahrung aus drei Verwaltungen mit, schaue genau hin und gehe verantwortungsvoll mit Steuergeldern um. Ich möchte wieder für die Menschen da sein, gemeinsam etwas bewegen und wichtige Projekte weiter voranbringen. Denn Ronnenberg ist mein Zuhause – und hier bleibe ich.“
Patrick Bellmer: „Nach meiner Geburt 1979 in Hannover ging es nach Hemmingen, Anfang der 90er-Jahre nach Ronnenberg. Auf das Wirtschaftsgymnasium Springe folgten Grundwehrdienst und eine Ausbildung zum Industriekaufmann in einem Maschinenbauunternehmen. Nach zwei Zwischenstationen folgte 2010 der ungeplante Wechsel in den Journalismus. Seit 2019 berichte ich für den Heise-Verlag primär über Finanzen und Mobilität. Während der Schulzeit lernte ich meine Frau kennen, mit der ich seit Ende der 90er-Jahre in Empelde wohne. 2014 kam unsere Tochter zur Welt, 2020 unser Sohn.“
Jan Hischer: „Ich bin 39 Jahre alt, verheiratet und Vater eines achtjährigen Sohnes. Seit 17 Jahren lebe ich mit kurzer Unterbrechung in Ronnenberg. Ich arbeite als Verwaltungsfachangestellter im Ordnungsamt einer regionsangehörigen Gemeinde. Mein Sohn besucht hier die 3. Klasse und spielt Fußball bei der SG Ronnenberg 05. Als Elternbeirat, Mitglied der Zeugniskonferenz und Fußballbetreuer bin ich ehrenamtlich engagiert. Meine Familie ist also fest in Ronnenberg verwurzelt.“
Claudius Tänzer: „Ich bin Claudius Tänzer, Ehemann, Familienvater und Dienstschichtleiter im Einsatz- und Streifendienst hier in Ronnenberg. In Ronnenberg bin ich aufgewachsen, hier lebe ich mit meiner Familie und hier bin ich zu Hause. Für Menschen da zu sein, ist für mich Berufung. Daher möchte ich als Bürgermeister Verantwortung für meine Heimat und die Menschen hier vor Ort übernehmen. Parteilos, nahbar und transparent.“
Marc Wandersleben: „Jahrgang 1974, in Ronnenberg mit zwei Schwestern aufgewachsen. Rechtsanwalt, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht und Mediator. Fokus meiner Tätigkeit als Unternehmensjurist und Geschäftsführer: Unternehmen für die Zukunft gut aufstellen. Seit meiner Schulzeit ehrenamtlich engagiert, u.a. als Präsident des Nds. Anwalt- und Notarverbandes und bei Rotary – das prägt meinen Sinn für Verantwortung. Mein Antrieb: "Zuhören, vermitteln, entscheiden – für eine Stadt, die zusammenhält.“
Ist Kultur aus Ihrer Sicht eine freiwillige Leistung, bei der in finanziell schwierigen Zeiten gespart werden kann – oder gehört sie zur Grundversorgung einer Stadt?
Claudius Tänzer (parteilos): „Kultur schafft Heimat und bringt Menschen zusammen. Dazu gehören Geschichte und Traditionen genauso wie Feste, Musik, Religion, Vereine und neue kulturelle Angebote. Notwendige Pflichtaufgaben haben im Haushalt Vorrang. Aber Kultur pauschal zum Sparposten zu erklären, wäre falsch. Bevor wir dort kürzen, sollten wir prüfen, wo Ausgaben den Menschen weniger Nutzen bringen. Denn Kultur kostet nicht nur – sie schafft Begegnung, macht eine Stadt lebenswert und kann wirtschaftliche Impulse setzen.“
Marlo Kratzke (SPD): „Für mich gehört Kultur zur Grundversorgung unserer Stadt. Deshalb möchte ich Kulturschaffende, Vereine und weitere Akteure besser vernetzen und stärker unterstützen. Mit der Stabsstelle für Kultur und einem regelmäßigen Arbeitskreis gibt es dafür bereits Strukturen. Für 2027 ist außerdem ein von mir initiierter Kultursommer geplant. Kultur schafft Begegnung, stärkt den Zusammenhalt und macht Ronnenberg lebenswerter – auch in finanziell schwierigen Zeiten.“
Stephanie Harms (CDU): „Kultur gehört für mich zu einer lebenswerten Stadt. Sie ist vielfältig, schafft Begegnung, stärkt Gemeinschaft und prägt unsere sieben Stadtteile. Deshalb darf sie in schwierigen Zeiten nicht einfach als Erstes gestrichen werden. Gleichzeitig müssen wir Prioritäten setzen und Fördermittel nutzen. Ich möchte eine klare Förderrichtlinie für Kultur erarbeiten, damit Unterstützung transparent, verlässlich und nach nachvollziehbaren Kriterien erfolgt. Kultur soll für alle zugänglich sein.“
Patrick Bellmer (Grüne): „Für mich gehört ein Grundmaß an Kultur zur Grundversorgung. Denn Einrichtungen wie unsere Büchereien, die Kooperation mit der Volkshochschule und Musikschule sind Orte, an denen Ronnenberger zusammenkommen. Für viele wird unsere Stadt dadurch Stück weit lebenswerter. Zudem sind viele kulturelle Einrichtungen wichtige Anlaufpunkte für die schwächsten unserer Gesellschaft. Aber: Alle freiwilligen Leistungen – auch Kultureinrichtungen – müssen regelmäßig auf ihren Nutzen hin überprüft werden.“
Jan Hischer (Die Linke): „Kultur und da zähle ich alles mit, was als Begegnungsstätte und Raum für persönliche Entwicklung gilt dazu (wie Schwimmbäder, Gemeinschaftshäuser, Vereine etc.) sind unabdingbar für das Miteinander in einer Gemeinde. Das Wort „freiwillige“ Leistung ist da irreführend, denn ohne diese wäre Ronnenberg eine ärmere Stadt als sie es durch den finanziellen Aufwand werden könnte.“
Marc Wandersleben (AfD): „Kultur ist rechtlich zwar eine freiwillige Selbstverwaltungsaufgabe der Kommunen, gehört aber faktisch zur Grundversorgung einer lebendigen und attraktiven Stadt. Sie prägt Lebensqualität, Teilhabe und Identität. Gerade in finanziell schwierigen Zeiten dürfen Kürzungen nicht die erste Maßnahme sein. Zunächst müssen große Kostenblöcke kritisch geprüft und dort Einsparpotenziale genutzt werden. Auch freiwillige Integrationsleistungen dürfen nicht zulasten von Kultur und Lebensqualität gehen.“