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Gemeindecheck: Wie gut ist Barsinghausen versorgt? Neue IW-Studie vergleicht mehr als 10.000 Kommunen

Archivbild.

Barsinghausen. Ärzte, Schulen, schnelles Internet, Freizeitangebote und die Erreichbarkeit des öffentlichen Nahverkehrs – all diese Faktoren fließen in den neuen „IW-Gemeindecheck Daseinsvorsorge“ des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ein. Dafür wurden bundesweit 10.817 Städte und Gemeinden untersucht. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Regionen Deutschlands. Barsinghausen landet mit einem „sehr gut“ auf Platz 430 der Gesamtwertung.

Was wurde untersucht?

Der Gemeindecheck bewertet die Daseinsvorsorge anhand von 17 Einzelindikatoren aus fünf Bereichen:

- Bildung (Kitas, Grundschulen, weiterführende Schulen, Gymnasien)

- Gesundheit (Hausärzte, Krankenhäuser, Apotheken, Pflegeeinrichtungen)

- Mobilität (ÖPNV, Straßen- und Verkehrsanbindung)

- Digitalisierung (Mobilfunk und Breitband)

- Freizeit (Schwimmbäder, Theater, Museen)

Die Daten wurden laut IW kleinräumig auf Basis von Zensusflächen ausgewertet und zu einem Gesamtindex zusammengeführt. Zusätzlich flossen Ergebnisse einer Bevölkerungsumfrage mit mehr als 5.400 Teilnehmern ein.

Barsinghausen auf Rang 430 von 10.817 Gemeinden

Die Region Hannover insgesamt schnitt sehr gut ab. So landete Hannover auf Platz 16 der Gesamtwertung. Die anderen Kommunen innerhalb der Region erhielten ebenfalls eine sehr gute, oder gute, Bewertung.

Barsinghausen:

Digitales: sehr gut

Gesundheit: gut

Mobilität: sehr gut

Freizeit: sehr gut

Bildung: sehr gut

Deutschlandweit: Kleine Städte überraschen

Spitzenreiter im bundesweiten Vergleich ist die bayerische Kommune Haar bei München. Überraschend gut schnitten auch kleinere Städte wie Memmingen und Friedrichroda ab. Dagegen landeten einige größere Städte deutlich weiter hinten. Schlusslicht des Rankings ist Hirschthal in Rheinland-Pfalz.

Nordrhein-Westfalen erreicht im Ländervergleich die besten Werte. Mecklenburg-Vorpommern bildet das Ende der Rangliste. Auffällig: Ostdeutsche Städte erreichen häufiger die Kategorie „sehr gut“ als westdeutsche Städte.

Unzufriedene nur unter AfD-Anhängern in der Mehrheit

Eine repräsentative Umfrage unter mehr als 5.000 Befragten zeigt laut IW zudem:

- 53 Prozent der Menschen in Deutschland bewerten ihre Daseinsvorsorge positiv, nur jeder Vierte ist unzufrieden.

- Unter Anhängern von SPD, Union und Grünen hält rund jeder Zweite die Versorgung vor Ort für zuverlässig.

- Allein bei AfD-Anhängern überwiegt die Unzufriedenheit: 39 Prozent halten ihre Daseinsvorsorge für nicht zuverlässig, nur 26 Prozent für zuverlässig.

Dieser Unterschied bleibt laut IW bestehen, auch wenn Lebensumfeld und sozio-demographische Merkmale herausgerechnet werden. „AfD-Anhänger nehmen selbst die unmittelbare Versorgung in ihrer Gemeinde durch einen Pessimismusfilter wahr“, sagt IW-Studienautor Matthias Diermeier. Die Bewertung der lokalen Daseinsvorsorge ist aber elementar für die Zufriedenheit mit der Demokratie: „Will man der politischen Entfremdung entgegenwirken, reicht Geld allein nicht. Entscheidend sind nicht nur die tatsächlichen öffentlichen Angebote, sondern vielmehr wie diese wahrgenommen werden.“

Die IW-Studien liefern Analysen zu wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen in Deutschland, darunter Staatsausgaben, Bildung und die volkswirtschaftlichen Effekte internationaler Studierender. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Studien, Analysen und Reports zu wirtschaftlichen Fragestellungen.