Hannover. In direkter Nähe zum Schloss Marienburg, einem überregional bedeutsamen kulturhistorischen Denkmal in der Stadt Pattensen, hat die Region Hannover am 11. August 2025 drei Windenergieanlagen mit einer Gesamthöhe von bis zu 250 Metern genehmigt. Das Vorhaben („Windpark Schulenburg III“ der EnBW) wurde nur wenige Tage vor dem Inkrafttreten des Regionalen Raumordnungsprogramms genehmigt, das 40 neue Vorranggebiete für die Windenergienutzung in der Region festlegt.
„Der Zeitpunkt der Genehmigung wirft erhebliche Fragen auf. Nach den neuen Festlegungen des Regionalen Raumordnungsprogramms wären zwei der drei Windkraftanlagen bereits drei Tage später nicht mehr genehmigungsfähig gewesen, da sie außerhalb der ausgewiesenen Vorranggebiete liegen. Rechtlich mag das Genehmigungsverfahren zulässig abgelaufen sein, politisch und planerisch überzeugt es mich nicht. Ich habe große Sorgen, dass der Denkmalschutz der Marienburg hier faktisch zur Randnotiz wird. Zudem stellt sich die berechtigte Frage, ob sich das Landschaftsbild rund um die Marienburg und die Lebensqualität der Menschen in der Umgebung dauerhaft und erheblich verändern werden“, so die CDU-Regionsabgeordnete Stefanie Behrends.
Hinzu kommen aus Sicht der CDU-Regionsabgeordneten offene Fragen im Bereich des Naturschutzes. Hinweise auf ein mögliches Uhu-Vorkommen im Umfeld der geplanten Anlagen müssten ernst genommen und fachlich sauber geprüft werden. „Artenschutz darf kein nachgeschobenes Thema sein, sondern muss von Anfang an tragfähig berücksichtigt werden. Für mich steht fest, dass die Energiewende nur durch Akzeptanz vor Ort erfolgreich sein kann und nicht mit der Brechstange umgesetzt werden darf. Bei den genehmigten Windrädern bei Pattensen-Schulenburg bleibt für mich trotz formaler Rechtmäßigkeit ein schaler Nachgeschmack“, so Stefanie Behrends abschließend.

