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Hegering sieht Fuchsjagd als Schutz der Artenvielfalt – Kritik von Tierrechtsorganisation PETA

Foto: Norbert Lichey.

Barsinghausen. Der Hegering Barsinghausen hat am 31. Januar und 1. Februar einen revierübergreifenden Ansitz auf Füchse durchgeführt. Die Aktion, an der sich acht Jagdreviere beteiligten, ist nun in die Kritik der Tierrechtsorganisation PETA geraten. Während der Hegering die Maßnahme als Beitrag zum Artenschutz bewertet, stellt PETA die Jagd grundsätzlich infrage und fordert ein Verbot der Fuchsjagd in Niedersachsen.

Nach Angaben des Hegerings stellten acht Revierinhaber Jagdgelegenheiten zur Verfügung, die an insgesamt 18 Jägerinnen und Jäger vermittelt wurden. Ziel der Aktion sei es gewesen, den Bestand von Raubsäugern wie Füchsen zu regulieren. Am Ende der beiden Tage wurden nach Angaben des Hegerings 14 Füchse und ein Waschbär erlegt.

Die Tiere wurden anschließend am Naturfreundehaus in Barsinghausen zur Strecke gelegt und verblasen. Im Anschluss trafen sich die Beteiligten zu einem gemeinsamen Austausch. Der Hegering dankte den Revierinhabern sowie den Jagdhornbläserinnen und -bläsern für ihre Unterstützung.

Jagd als Beitrag zum Artenschutz

Der Hegering begründet die Bejagung mit dem Schutz der Artenvielfalt. Durch moderne Landnutzung, Verkehrswege und Siedlungsbau gehe zunehmend Lebensraum für viele Tierarten verloren. Gut angepasste Raubsäuger wie Füchse, Marder oder Waschbären würden den Druck auf Wiesenvögel, Amphibien, Reptilien und Jungtiere wie Hasen zusätzlich erhöhen. Die Jagd sei daher ein Baustein, um gefährdete Arten zu entlasten und ökologische Gleichgewichte zu erhalten.

PETA kritisiert Jagd scharf

Die Tierrechtsorganisation PETA äußerte am 2. Februar deutliche Kritik an der Aktion. Nach Auffassung der Organisation fehlt für eine flächendeckende Fuchsjagd der im Tierschutzgesetz geforderte „vernünftige Grund“. PETA sieht in der Jagd keinen Beitrag zum Artenschutz und fordert stattdessen ein gesetzliches Jagdverbot für Füchse und andere Beutegreifer in Niedersachsen.

Laut PETA würden bundesweit jährlich rund 400.000 Füchse getötet, davon mehr als 50.000 allein in Niedersachsen. Füchse seien wichtige Bestandteile eines funktionierenden Ökosystems und dürften nicht aus Gründen der Freizeitgestaltung oder vermeintlicher Konkurrenz getötet werden.

Unterschiedliche Bewertungen zur Rolle des Fuchses

PETA verweist darauf, dass Füchse sich überwiegend von Mäusen ernähren und somit selbst zur Regulierung von Nagetierpopulationen beitragen. Populationsrückgänge anderer Tierarten seien nach Ansicht der Organisation vor allem auf Lebensraumverlust, intensive Landwirtschaft und fehlende Nahrung zurückzuführen – nicht auf Beutegreifer.

Die Jägerschaft hingegen sieht in der Regulierung von Raubsäugern weiterhin ein legitimes Instrument des Wildtiermanagements, insbesondere vor dem Hintergrund veränderter Landschaften und fehlender natürlicher Feinde.