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Historisch-Politisches Colloquium: Große Resonanz auf Tagung „Zeitenwende“ der VHS

Barsinghausen. Aktuelle geopolitische Umbrüche, soziale Ungleichheit und die Auswirkungen der Digitalisierung standen im Mittelpunkt des Tagesseminars „Zeitenwende“, zu dem das Historisch-Politische Colloquium (HPC) und der Verein für Geschichte des Weltsystems (VGWS) kürzlich in die Volkshochschule Calenberger Land eingeladen hatte. Zahlreiche Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich mit renommierten Wissenschaftlern über grundlegende Veränderungen in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft auszutauschen.

Den Auftakt machte der Osteuropahistoriker Prof. Dr. Hans-Heinrich Nolte, der sich mit der Frage beschäftigte, ob sich trotz aktueller Machtverschiebungen die grundlegenden Strukturen des internationalen Mächtesystems erhalten. In seinem Vortrag verdeutlichte er historische Kontinuitäten und ordnete gegenwärtige Entwicklungen in einen größeren weltgeschichtlichen Zusammenhang ein.

Anschließend analysierte Prof. Dr. Ulrich Menzel die aktuellen globalen Machtkonkurrenzen unter dem Titel „Der neue Imperialismus“. Der Politikwissenschaftler zeigte auf, wie Staaten wie die USA, Russland und China ihre politischen und wirtschaftlichen Interessen zunehmend offensiv vertreten und welche Folgen dies für die internationale Ordnung hat. Die intensive Diskussion im Anschluss verdeutlichte das große Interesse der Teilnehmenden an den aktuellen weltpolitischen Herausforderungen.

Nach der Mittagspause widmete sich Prof. Dr. Christoph Butterwegge den neuen Entwicklungstendenzen von Armut und Reichtum. Er beleuchtete die wachsende soziale Ungleichheit in Deutschland und diskutierte deren gesellschaftliche Auswirkungen. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, Fragen zu sozialen Sicherungssystemen, Vermögensverteilung und gesellschaftlichem Zusammenhalt zu stellen.

Zum Abschluss der Vortragsreihe stellte Prof. Dr. Ralf Roth den aktuellen Stand der Digitalisierung in den Mittelpunkt. Dabei wurden sowohl technologische Entwicklungen als auch deren Auswirkungen auf Arbeitswelt, Wirtschaft und Gesellschaft thematisiert. Besonders die Chancen und Herausforderungen des digitalen Wandels sorgten für einen lebhaften Austausch.

Die Kombination aus wissenschaftlichen Impulsvorträgen und ausführlichen Diskussionsrunden erwies sich erneut als Markenzeichen des Historisch-Politischen Colloquiums. Die Teilnehmenden lobten insbesondere die Möglichkeit, mit ausgewiesenen Fachleuten ins Gespräch zu kommen und aktuelle Entwicklungen differenziert zu diskutieren.

Das Historisch-Politische Colloquium und die VHS Calenberger Land danken zudem der Stadt Barsinghausen, die die Arbeit und Veranstaltungen des Colloquiums seit Jahren unterstützt und damit einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung und zum wissenschaftlichen Austausch in der Region leistet.

Mit der Veranstaltung setzte das HPC seine langjährige Tradition fort, gesellschaftlich relevante Themen allgemeinverständlich und zugleich wissenschaftlich fundiert zu behandeln. Die behandelten Themen werden in den kommenden Monaten bei den regelmäßigen Treffen des Historisch-Politischen Colloquiums in der VHS Calenberger Land weiter vertieft.