Anzeige
Anzeige

KGS Barsinghausen schickt Wetterballon in Richtung Stratosphäre

Barsinghausen. 22 Schüler des Wahlpflichtkurses „Wir forschen weiter“ haben einen Wetterballon mit einer selbst entwickelten Sonde in Richtung Stratosphäre geschickt. Startplatz war der Sportplatz der KGS Barsinghausen. Nach einem ersten Fehlversuch gelang der Start schließlich unter dem Applaus zahlreicher Mitschüler. Nun warten die Jugendlichen auf die Rückkehr der Sonde, um die gesammelten Daten und Experimente auszuwerten.

Monatelange Vorbereitung auf den Flug

Die Schüler der Klassen 10G1 und 10G2 des Gymnasialzweigs hatten bereits seit Dezember an dem Projekt gearbeitet. Verschiedene Arbeitsgruppen kümmerten sich um den Bau der Sonde, die Auswahl der Experimente, die Berechnung der Flugroute sowie die technische Ausstattung. Auch eine Gruppe einer 5. Klasse beteiligte sich an dem Projekt.

An Bord kommen sollen u.a. zwei GPS-Tracker, ein Datenlogger für verschiedene physikalische Messwerte, keimende Bohnen, ein Sauerteig, ein Marshmallow, eine Rose an der Außenhülle sowie ein Goethe-Kopf. Die Auswirkungen der extremen Bedingungen in Höhen von bis zu 36.000 Metern sollten dabei von einer Kamera dokumentiert werden.

Finanziell unterstützt wurde das Projekt vom Fonds der Chemischen Industrie mit 2.000 Euro.

Flug wird per App verfolgt

Die Flugbahn der Sonde kann über eine App verfolgt werden. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Sonde nach der Landung wiedergefunden und geborgen werden kann. Die Flugdaten müssen zudem an die Niedersächsische Luftfahrtbehörde übermittelt werden. Begleitet wurde das Projekt von Kursleiterin Sandra Ammersdörfer und Lehrer Philipp Schorr.

Riss im Ballon sorgt für Schrecksekunde

Kurz vor dem Start kam es jedoch zu einer unerwarteten Panne. Beim Befüllen des Ballons mit Helium entdeckten die Schüler einen Riss in der empfindlichen Ballonhülle aus Naturkautschuk und Latex. Schnell musste improvisiert werden. Ein Ersatzballon wurde organisiert. Da dieser jedoch kleiner war und weniger Gewicht tragen konnte, musste ein Teil der Nutzlast kurzfristig ausgebaut werden. So blieben der Datenlogger, der Sauerteig und der Goethes Kopf am Boden.

Beim zweiten Anlauf lief dann alles nach Plan. Der Ballon wurde erfolgreich mit Helium gefüllt, anschließend wurden Sonde und Fallschirm befestigt. Nach einem kurzen Countdown hob der Wetterballon ab und verschwand schon nach kurzer Zeit in der grellen Sonne über dem Schulgelände. Die Freude bei den Kursteilnehmern und den zahlreichen Zuschauern war entsprechend groß.

Bergung in der Nähe von Stadtoldendorf erwartet

Während des Flugs verfolgt ein Team in der schuleigenen „Kommandozentrale“ die Position der Sonde. Die Daten werden an ein Außenteam weitergegeben, das die Sonde nach der Landung bergen soll. Nach den aktuellen Berechnungen wird die Sonde voraussichtlich in der Nähe von Stadtoldendorf landen. Noch im Laufe des Tages soll sie wieder zur KGS zurückgebracht werden.

Auswertung der Experimente steht bevor

Nach der Rückkehr beginnt die wissenschaftliche Auswertung. Besonders gespannt sind die Schülerinnen und Schüler auf die Videoaufnahmen aus der Stratosphäre. Diese sollen unter anderem die Krümmung der Erde, die Atmosphäre sowie die Schwärze des Weltraums sichtbar machen.