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Leserbrief: Ein kleines Stück Deister-Kultur einfach „abrasiert“

Quellen: pixabay // Foto Baum: Winfried Gehrke.

Wennigsen. Wer regelmäßig im Deister unterwegs ist, kennt ihn vielleicht: den kleinen Weihnachts- und Osterbaum an der Kreuzung Klagesbornweg/Neuer Weg. Über viele Jahre hinweg war dieser Baum weit mehr als irgendeine Fichte am Wegesrand. Zu Weihnachten und zu Ostern wurde er liebevoll geschmückt und entwickelte sich für viele Spaziergänger, Wanderer und vor allem für Kinder zu einem kleinen, besonderen Anlaufpunkt im Deister.

"Der aus einem alten Baumstumpf gewachsene Baum wurde über Jahre gepflegt. Bunte Weihnachtskugeln im Winter, Ostereier im Frühjahr. Mitten im Wald entstand mit einfachsten Mitteln ein besonderer Ort. Kinder blieben begeistert stehen, und für viele Deisterwanderer wurde er zum festen Orientierungspunkt.

Umso trauriger ist der Anblick jetzt.

Bei den jüngsten Forstarbeiten wurde der Baum massiv beschädigt beziehungsweise regelrecht halbiert. Von dem gewachsenen Baum ist nur noch ein trauriger Rest geblieben.

Dass der Deister forstwirtschaftlich genutzt wird und notwendige Arbeiten durchgeführt werden müssen, steht außer Frage. Es verlangt auch niemand, diese wegen eines geschmückten Baumes vollständig auszusetzen. Dennoch stellt sich die Frage, ob ein seit Jahren geschätzter und bekannter Baum bei diesen Maßnahmen derart beschädigt werden musste. Schließlich werben die umliegenden Gemeinden intensiv mit dem Deister als beliebtem Naherholungsgebiet und locken, etwa mit dem jährlichen Deistertag, zahlreiche Besucher in die Region.

Es geht um Heimatgefühl, Tradition und die kleinen Dinge, die einen Spaziergang besonders machen. Solche Orte entstehen nicht durch große Planungen, sondern weil Menschen sich kümmern und Erinnerungen damit verbinden. Nehmen wir die Wasserräder als nur eines von unzähligen Beispielen.

Gerade deshalb wäre etwas mehr Rücksicht wünschenswert gewesen.

Vielleicht war den Verantwortlichen bei den Forstarbeiten überhaupt nicht bewusst, welche Bedeutung dieser unscheinbare Baum inzwischen für viele Menschen hatte. Dann sollte das Geschehene zumindest Anlass sein, künftig bei Arbeiten an solchen bekannten Stellen genauer hinzusehen.

Schließlich war der Weihnachts- und Osterbaum am Klagesbornweg vielleicht nur ein kleiner Baum. Doch für unzählige Kinder und Deisterwanderer verkörperte er ein echtes Stück Heimat und genau solche kostbaren Details vermisst man schmerzlich, sobald sie unerwartet Schaden nehmen.

Abschließend bleibt nur, diese Sehenswürdigkeit im Deister auf Google Maps als „vorübergehend geschlossen“ zu markieren, verbunden mit der Hoffnung auf eine Erholung des Baumes in den kommenden Jahren. https://maps.app.goo.gl/VU7Bf4Smgyu5z4Ch9."

Mit freundlichen Grüßen
Ali Paba

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