Barsinghausen. Ein unscheinbarer Wegrand zwischen Schleifbach und Stockbach hat sich in den vergangenen Monaten zu einem Beispiel für gelungenen Naturschutz entwickelt. Tausende weiße Margeriten verwandeln die Fläche derzeit in ein weithin sichtbares Blütenmeer. Die Entwicklung des Projekts sorgt inzwischen sogar über die Stadtgrenzen hinaus für Aufmerksamkeit: In der kommenden Woche wird der NDR über die Maßnahme berichten.
Betreut wird die Fläche seit Herbst 2024 vom NABU-Stadtverband Barsinghausen. Seit diesem Jahr erfolgt die Pflege auf Grundlage eines offiziellen Betreuungsvertrages gemeinsam mit der Stadt Barsinghausen. Ziel ist es, standortheimische Wildpflanzen zu fördern und wertvolle Lebensräume entlang der beiden Gewässer miteinander zu vernetzen.
„Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie erfolgreich Naturschutz vor Ort sein kann, wenn engagierte Ehrenamtliche, Landwirte und die Verwaltung an einem Strang ziehen“, sagt Bürgermeister Henning Schünhof. „Aus einem gewöhnlichen Wegrand ist innerhalb kurzer Zeit ein ökologisch wertvoller Lebensraum entstanden, der nicht nur Insekten und Vögeln zugutekommt, sondern auch für viele Menschen ein schönes Naturerlebnis bietet.“
Margeriten sind erst der Anfang
Die derzeit blühenden Margeriten bilden nur einen Teil der Entwicklung. Zahlreiche weitere Wildblumenarten wachsen bereits heran und werden die Fläche im Verlauf des Sommers zusätzlich bereichern. Besonders an windstillen Tagen lässt sich dort eine Vielzahl von Insekten beobachten, darunter Hummeln, Wildbienen und verschiedene Schmetterlingsarten.
Nach Angaben des NABU konnten bereits mehrere bemerkenswerte Arten nachgewiesen werden. Dazu zählen unter anderem der Baumweißling, der Kleine Sonnenröschen-Bläuling sowie das Hornkraut-Tageulchen. Auch Rebhühner wurden auf der Fläche mehrfach gesichtet. Bereits im vergangenen Jahr brütete zudem eine Schafstelze in unmittelbarer Nähe.
Wichtiger Beitrag zum Biotopverbund
Der Saumstreifen erfüllt darüber hinaus eine wichtige Funktion im Biotopverbund. Er verbindet die Gewässerschutzstreifen entlang von Schleifbach und Stockbach und schafft damit zusätzliche Lebens- und Wanderkorridore für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.
„Der Erfolg des Projekts macht deutlich, dass auch vergleichsweise kleine Flächen einen großen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten können“, betont Schünhof. „Solche Maßnahmen sind wichtige Bausteine für eine nachhaltige Stadtentwicklung und zeigen, wie Naturschutz direkt vor unserer Haustür funktioniert.“
Blütenpracht zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar
Wer die Blütenpracht erleben möchte, kann den Bereich bequem zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen. Die Stadt weist jedoch darauf hin, dass der angrenzende Feldweg ausschließlich dem landwirtschaftlichen Verkehr sowie Einsatzfahrzeugen vorbehalten ist und deshalb freigehalten werden muss.
Die Stadt Barsinghausen bedankt sich ausdrücklich beim NABU-Stadtverband Barsinghausen für die fachkundige Betreuung der Fläche und das ehrenamtliche Engagement, das die Entwicklung dieses besonderen Lebensraums ermöglicht hat.

