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Nach dem Winter beginnt in Barsinghausen auf 120 Kilometern Straße die Schlagloch-Saison

Tino Wagenknecht (l.) und Danny Seidler vom Baubetriebshof sind im Dauereinsatz für sichere Straßen.

Barsinghausen. Wenn der Schnee schmilzt, zeigt sich, was der Winter mit den Straßen angerichtet hat. Dann ist beim Barsinghäuser Baubetriebshof die Zeit gekommen, die Räumfahrzeuge zu parken und mit Schaufel und Eimer loszufahren, um die gröbsten Straßenschäden zu beheben – auch wenn manch Bürger sein Schlagloch lieber behalten würde.

Kontrollfahrten durch das gesamte Stadtgebiet

Mindestens vier Mal im Jahr werden alle Straßen im Stadtgebiet vom Baubetriebshof abgefahren und auf Schäden kontrolliert. Je nach Außentemperatur wird bis März Kaltasphalt verwendet, erst im Frühjahr kann mit Heißasphalt gearbeitet werden.

„Im Schnitt bringen wir pro Tag bis zu sechs Tonnen Asphalt auf“, erklärt Tobias Hielscher (37), Leiter des Baubetriebshofs. „Jetzt, direkt nach dem Schnee, können wir mit dem Kaltasphalt nur kleinere Flickarbeiten ausführen.“

Alte Straßen als besonderes Problem

Ein Problem sind die vielen alten Straßen in Barsinghausen, die oft nur Kopfsteinpflaster unter einer dünnen Asphaltschicht haben und nicht für die heutige Verkehrsbelastung ausgelegt sind. Straßen auf einer Busroute erkennen die Fachleute anhand der Schäden sofort. „An den alten Straßen kann man nichts abfräsen, da die Deck- und Tragschichten zu dünn sind“, erklären Tino Wagenknecht (45) und Danny Seidler (38) auf einer ihrer Touren.

In der Übergangszeit finden die beiden Mitarbeiter fast täglich neue Schlaglöcher, die ausgebessert werden müssen. Vier Straßenbauer sind in zwei Kolonnen auf insgesamt 120 Kilometern Straße im Einsatz. Wie im Winterdienst werden die Strecken nach einer Prioritätenliste abgearbeitet. Hinweise aus der Bevölkerung zu größeren Schäden nimmt der Baubetriebshof gerne entgegen.

Sicherheit hat oberste Priorität

„Sind die Löcher flach und breit, bessern wir sie nicht immer aus. Wichtiger ist es, die tieferen Schlaglöcher schnell zu schließen, um die Unfallgefahr zu reduzieren“, erklärt Wagenknecht.

Wird ein entsprechendes Schlagloch gefunden, wird die Stelle ausgefegt und mit Kaltasphalt gefüllt. Anschließend wird die Masse verdichtet und vorsorglich mit Sand abgestreut, damit sie nicht an den Autoreifen haften bleibt. Parallel dazu wird jedes Schlagloch digital erfasst, fotografiert und auf einer Karte dokumentiert.

Ein Kampf gegen das Wetter

„Gerade bei diesem wechselhaften Wetter ist es ein Kampf gegen Windmühlen“, sagt Seidler während der Kontrollfahrt. „Hier kann morgen schon ein neues Schlagloch sein, obwohl wir gerade erst da waren.“

Wagenknecht ergänzt: „Der Kopf geht wie ein Brummkreisel hin und her, um die Straßen nach Schäden abzusuchen.“ Langsam fahren die beiden Mitarbeiter durch die Straßen und suchen nach Schäden.

Zwischen Dankbarkeit und Tempo-Bremse

Grundsätzlich reagieren viele Bürger freundlich und dankbar, wenn größere Schäden beseitigt werden – auch wenn in mancher Straße eigentlich eine Grundsanierung nötig wäre. „Andere wollen die Schlaglöcher hingegen behalten, weil dann die Autos langsamer durch die Straße fahren.“