Anzeige
Anzeige

Neuer Rat in Wennigsen: Parteien suchen nach Mehrheiten und Bündnissen

Wennigsen. Am 12. November kommt der neu gewählte Gemeinderat in Wennigsen zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Die SPD ist mit neun Sitzen stärkste Kraft. Grüne und Volt haben bereits eine gemeinsame Ratsgruppe gebildet. Auch bei den anderen Gruppierungen laufen Gespräche über die künftige Zusammenarbeit.

Nach der Kommunalwahl am 13. September beginnt in Wennigsen eine neue politische Wahlperiode. Der Gemeinderat wird sich am Donnerstag, 12. November, um 18.30 Uhr zu seiner konstituierenden Sitzung treffen. Neben der organisatorischen Neuaufstellung des Rates steht vor allem die Frage im Mittelpunkt, wie sich künftig Mehrheiten für politische Entscheidungen finden lassen.

Die SPD bleibt mit 30,54 Prozent der Stimmen und neun Sitzen stärkste Kraft im Gemeinderat. Die Grünen erreichten 20,63 Prozent und sechs Sitze. Dahinter folgt die CDU mit 16,97 Prozent und fünf Mandaten. Die AfD kommt auf drei Sitze (11,14 Prozent). Jeweils zwei Sitze erhielten die Wählergruppen Wir für Wennigsen (WfW) mit 6,72 Prozent und Für gesamt Wennigsen! (FW!) mit 7,27 Prozent.

Volt, die Freien Wähler und die Wählergruppe Die liebe Mitte Wennigsen sind jeweils mit einem Sitz vertreten. Die Piraten erreichten 1,12 Prozent und verpassten den Einzug in den Rat. Die Wahlbeteiligung lag bei 74,61 Prozent.

Grüne und Volt bilden gemeinsame Ratsgruppe

Eine erste Entscheidung zur künftigen Zusammenarbeit ist bereits gefallen: Die gewählten Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen und Volt haben sich auf die Bildung einer gemeinsamen Ratsgruppe verständigt. Die Gruppe Grüne & Volt verfügt damit über sieben Sitze im neuen Gemeinderat.

SPD setzt auf Kompromisse und stabile Mehrheiten

Die SPD-Fraktion hat Jonas Farwig einstimmig als Vorsitzenden bestätigt. Sonja Schwarze und Susanne Wolter übernehmen seine Stellvertretung. Im Wennigser Gemeinderat gebe es traditionell keine festen Mehrheiten, erklärt die SPD. Für die kommende Wahlperiode wolle man deshalb auf Kompromissbereitschaft und gemeinsame Verantwortung setzen.

Inhaltlich stehen für die Sozialdemokraten Kinderbetreuung und Bildung weit oben auf der Agenda. Die Fraktion will unter anderem den Neubau der Grundschule Bredenbeck, die Erneuerung der Grundschule Wennigsen, den Bau zweier Dreifeld-Sporthallen, die Sanierung der KGS und die Schaffung neuer Kitas begleiten.

Weitere Themen sind die Ausstattung der Feuerwehren, ein gemeinsames Feuerwehrhaus für Bredenbeck und Evestorf, Katastrophenschutz und sichere Schulwege. Auch bezahlbarer Wohnraum im „Kleinen Lutterfeld“, Klimaschutz, Straßensanierungen sowie die Unterstützung von Ehrenamt, Vereinen und Kultur sollen eine wichtige Rolle spielen.

WfW sieht Handlungsbedarf bei Bau und ärztlicher Versorgung

Die Wählergruppe Wir für Wennigsen (WfW) ist mit zwei Sitzen im neuen Rat vertreten. Sie hat bereits eine Fraktion gegründet. Martina Feldt wurde zur Fraktionsvorsitzenden gewählt.

Bei den künftigen politischen Schwerpunkten sieht die WfW insbesondere im Baubereich Handlungsbedarf. Außerdem rückt die ärztliche Versorgung in den Mittelpunkt. Die Wählergruppe befürchtet, dass in absehbarer Zeit zahlreiche Ärzte ihre Praxen aufgeben könnten und dadurch Versorgungsengpässe entstehen.

Auch über mögliche Formen der Zusammenarbeit im Rat hat die WfW nach eigenen Angaben mit nahezu allen Parteien, Gruppen und Einzelmitgliedern gesprochen.

FW! will Politikstil verändern

Die Wählergemeinschaft Für gesamt Wennigsen! (FW!) zieht mit zwei Sitzen in den Gemeinderat ein. Nach der Wahl hat sich die Wählergemeinschaft personell und organisatorisch neu aufgestellt. Daniel Stein übernimmt den Vorsitz, seine Stellvertreterin ist Katrin Offenhausen. Markus Hugo wurde zum Kassenwart bestimmt.

Im Gemeinderat vertreten Ulrike Walther und Britta Fink die Wählergemeinschaft. Der Fraktionsvorsitz soll noch bestimmt werden. Auch in den Ortsräten ist FW! vertreten: Volker Püschel in Bredenbeck, Sabrina Pappermann in Degersen und Jens Offenhausen in Wennigsen.

Bei der Zusammenarbeit mit anderen Ratsmitgliedern zeigt sich FW! grundsätzlich gesprächsbereit. Die Wählergemeinschaft wolle ihre Eigenständigkeit jedoch bewahren und einen anderen Politikstil etablieren. Im Mittelpunkt sollen mehr Dialog, Transparenz und pragmatische Lösungen stehen. Alle Ortsteile und Ortslagen sollten gleichwertig berücksichtigt werden.

Weitere Schwerpunkte sind eine bürgernahe Verwaltung, mehr Sicherheit und eine gute Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen. Entscheidend sei, welche konkreten Verbesserungen die politische Arbeit für die Menschen in Wennigsen bringe.

Freie Wähler wollen Teil einer Ratsgruppe werden

Marko Schwake hat den einen Sitz für die Freien Wähler im neuen Gemeinderat inne. Auch hier laufen Gespräche über die künftige Zusammenarbeit. Der Vertreter der Freien Wähler erklärte, sich bereits in einem guten Austausch zu befinden und definitiv Teil einer Ratsgruppe werden zu wollen.

Grundsätzlich schließe er keine Zusammenarbeit aus. Zwar gebe es politische Richtungen, die seinen eigenen Vorstellungen näherkämen, dennoch wolle er für Gespräche mit allen Ratsmitgliedern offenbleiben. Ziel sei es, gemeinsam die bestmöglichen Entscheidungen für die Gemeinde zu treffen.

Viele Themen und offene Fragen für die neue Wahlperiode

Mit insgesamt 30 Sitzen ist der Wennigser Gemeinderat breit aufgestellt. Neben den bereits vereinbarten Zusammenschlüssen werden die weiteren Gespräche über Ratsgruppen und mögliche Mehrheiten eine wichtige Rolle spielen.

Für die kommenden fünf Jahre stehen zahlreiche kommunalpolitische Aufgaben an. Dazu gehören insbesondere die Entwicklung der Schulen und Kitas, die ärztliche Versorgung, Bauprojekte, die finanzielle Situation der Gemeinde, Sicherheit und Feuerwehr sowie die Weiterentwicklung der einzelnen Ortsteile.

Die konstituierende Sitzung am 12. November bildet den offiziellen Auftakt der neuen Ratsperiode.