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Neues Museumskonzept für das Besucherbergwerk: Stadt Barsinghausen plant umfassende Modernisierung

Quelle: cevendo GmbH // Quelle: Büro Eckedesign.

Barsinghausen. Das Besucherbergwerk im Zechensaal Barsinghausen soll grundlegend modernisiert und zu einem zeitgemäßen Museum weiterentwickelt werden. Der Finanzausschuss entschied sich dafür, das vom Büro Eckedesign entwickelte Konzept umzusetzen und nach Vorliegen der Förderbescheide die notwendigen Arbeiten auszuschreiben.

Attraktivitätssteigerung für das Besucherbergwerk

Grundlage für die Planungen sind frühere Ratsbeschlüsse zur Attraktivitätssteigerung des Besucherbergwerks sowie die Ergebnisse der Studie „Alte Zeche 2.0“. Mit Unterstützung von Fördermitteln wurde ein umfassendes Museumskonzept erarbeitet, das die Berg.Werk.Kultur langfristig zukunftsfähig machen soll.

Neben einer neuen Ausstellung wurden auch Möglichkeiten zur Energieeinsparung untersucht. Darüber hinaus entwickelte das beauftragte Unternehmen ein neues Corporate Design, das künftig als einheitliches Erscheinungsbild für das gesamte ehemalige Zechengelände dienen soll.

Zwei Gebäude erhalten neue Aufgaben

Das Konzept geht deutlich über die ursprünglichen Planungen hinaus. Während zunächst lediglich die ehemalige Schwarzkaue (Waschkaue I) betrachtet wurde, umfasst das Vorhaben nun auch die ehemalige Weißkaue (Waschkaue II).

Für die Waschkaue I ist eine moderne Dauerausstellung vorgesehen. Besucher sollen dort durch zahlreiche Mitmach-Elemente die Arbeitsbedingungen im Bergbau selbst erleben können.

Die Waschkaue II soll künftig für Sonderausstellungen, als außerschulischer Lernort sowie als Veranstaltungsraum genutzt werden.

Barrierearm und für verschiedene Zielgruppen

Besonderer Wert wurde auf eine möglichst barrierearme Gestaltung gelegt. Angepasste Schriftgrößen, bessere Kontraste, optimierte Sichtachsen und verständlich aufbereitete Inhalte sollen unterschiedlichen Besuchergruppen den Zugang erleichtern.

Außerdem sollen wechselnde Sonderausstellungen regelmäßig neue Anreize für einen Museumsbesuch schaffen.

Kosten steigen deutlich an

Im Zuge der Konzeptentwicklung wurde deutlich, dass die bisherige Ausstellung den Charakter einer Sammlung von Einzelstücken hatte und grundlegende konzeptionelle Arbeiten erforderlich sind. Auch die technische Ausstattung muss umfassend erneuert werden.

Dadurch steigen die kalkulierten Kosten erheblich. Während ursprünglich Investitionen von rund 297.000 Euro vorgesehen waren, belaufen sich die aktuellen Planungen auf etwa 653.000 Euro.

Die Verwaltung hält diese Mehrausgaben dennoch für vertretbar. Das Konzept entspreche aktuellen museumspädagogischen Anforderungen, sei flexibel erweiterbar und schaffe langfristig attraktive Besuchsangebote.

Fördermittel decken Großteil der Kosten

Für die Umsetzung wurden bereits umfangreiche Fördermittel eingeworben. Insgesamt stehen nach aktuellem Stand Förderungen in Höhe von rund 553.000 Euro in Aussicht.

Dazu zählen Mittel aus dem LEADER-Programm, dem Regionalen Kofinanzierungsfonds der Region Hannover sowie dem Förderprogramm für finanzschwache Kommunen. Zusätzlich hat die Robert-Tonn-Stiftung bereits 30.000 Euro für die Umsetzung des Museumskonzeptes zugesagt.

Damit würde der Eigenanteil der Stadt bei rund 100.000 Euro liegen. Gegenüber den bisherigen Planungen erhöht sich der kommunale Anteil um etwa 40.000 Euro.

Hoffnung auf mehr Besucher

Nach Einschätzung der Verwaltung ist der langfristige Betrieb des Museums wirtschaftlich darstellbar. Der Museumsverband Niedersachsen-Bremen hält rund 20.000 Besucher in den ersten drei Jahren nach der Modernisierung für realistisch.

Durch regelmäßige Sonderausstellungen könnten diese Besucherzahlen auch langfristig erreicht werden. Auch ein Shop mit Merchandising soll entstehen und Einnahmen generieren.

Sollte der Rat zustimmen und die ausstehenden Förderbescheide eingehen, könnte die Umsetzung des neuen Museumskonzeptes zeitnah ausgeschrieben werden.

Der Finanzausschuss hat sich am Mittwoch einstimmig für das Konzept ausgesprochen. Der Rat der Stadt soll in seiner Sitzung am 18. Juni dann final über die Umsetzung des neuen Museumskonzeptes entscheiden.