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Region Hannover prüft modulare Schulbauten zur Entlastung von Förderschulen

Symbolfoto. Quelle: pixabay.

Hannover. Die Region Hannover will auf steigende Schülerzahlen und zunehmende Raumnot an Förderschulen reagieren. SPD und Bündnis 90/Die Grünen haben dazu einen Antrag eingebracht, der den Einsatz modularer Bauweisen vorsieht. Ziel ist es, kurzfristig zusätzliche Räume zu schaffen und gleichzeitig eine langfristige und flexible Schulentwicklung zu ermöglichen.

Raumnot an mehreren Förderschulen

Hintergrund des Vorstoßes ist die angespannte Situation an mehreren Förderschulen in der Region Hannover. Viele Einrichtungen arbeiten bereits an ihrer Kapazitätsgrenze. Fehlende Klassen- und Fachräume erschweren den Schulalltag für Schülerinnen und Schüler ebenso wie für Lehrkräfte. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Förderschulplätzen weiter an.

Besonders betroffen sind unter anderem die Janusz-Korczak-Schule in Springe, die Förderschule in Barsinghausen, die Paul-Moor-Schule in Wunstorf, der Calenberger Schule Pattensen, die Anne-Frank-Schule in Seelze sowie weitere Förderschulen in der Region. Auch berufsbildende Schulen sollen in die Prüfung einbezogen werden.

Modulare Bauweise als schnelle Lösung

Als mögliche Lösung schlägt der Antrag den Einsatz modularer Bauweise vor. Dabei handelt es sich um Gebäude aus vorgefertigten Modulen, die vergleichsweise schnell errichtet werden können. Sie gelten zwar häufig als temporär, erreichen jedoch eine Lebensdauer, die mit konventionellen Schulgebäuden vergleichbar ist.

Ein besonderer Vorteil liegt in der Flexibilität: Die Module können bei Bedarf wieder zerlegt und an anderen Standorten eingesetzt werden. Dadurch soll die Region schneller auf veränderte Schülerzahlen reagieren können.

Nachhaltige und planbare Bauprojekte

Bei möglichen Ausschreibungen sollen bestimmte Qualitätskriterien berücksichtigt werden. Dazu gehören etwa die Wiederverwendbarkeit der Module sowie moderne energetische Standards wie Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und eine Bauweise nach dem Effizienzstandard KfW-40. Dadurch sollen nachhaltige und langfristig nutzbare Schulgebäude entstehen.

Gleichzeitig versprechen sich die Antragsteller durch standardisierte Verfahren eine bessere Kostenkontrolle und kürzere Bauzeiten im Vergleich zu klassischen Bauprojekten.

Alternativen mit Nachteilen

Als Alternativen werden sowohl konventionelle Neubauten als auch einfache Containerlösungen genannt. Beide Optionen gelten jedoch als weniger geeignet: Während klassische Bauverfahren deutlich längere Planungs- und Bauzeiten verursachen, bieten Containerlösungen keine dauerhafte und nachhaltige Perspektive für den Schulbetrieb.

Umsetzungsplan bis Mai vorgesehen

Die Regionsverwaltung soll nun prüfen, wo modulare Bauprojekte konkret umgesetzt werden können. Bis Mitte Mai 2026 soll ein Umsetzungsplan vorgelegt werden, der den Bedarf an den einzelnen Schulen, mögliche Zeitpläne sowie die finanziellen Auswirkungen darstellt.

Über den Antrag entscheiden zunächst mehrere Ausschüsse der Region Hannover, bevor die Regionsversammlung abschließend darüber berät.