Barsinghausen. Am 13. September findet in Niedersachsen die Kommunalwahl statt. In vielen Städten und Gemeinden werden dabei nicht nur die Mitglieder der Räte neu gewählt, sondern auch die Bürgermeister - so auch in Barsinghausen. Die Redaktion hat den Bürgermeisterkandidaten Schünhof, Szymanska und Wolf erneut mehrere Fragen gestellt. Die Antworten können nun in unserer Wochenserie miteinander verglichen werden. (Teil 1/7).
Die kommenden Jahre werden für Barsinghausen spannend. Im Rahmen unserer Serie zur Bürgermeisterwahl haben wir die Kandidaten nun erneut mit zentralen Zukunftsfragen für Barsinghausen konfrontiert.
Amtsinhaber Henning Schünhof (58) möchte in seiner zweiten Amtszeit angestoßene Projekte weiterführen und zu einem guten Ende bringen.
Dorota Szymanska (61) geht für Bündnis90/ Die Grünen ins Rennen um die Verwaltungsspitze. Sie will unter anderem neue Akzente in den Bereichen Nachhaltigkeit, Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung setzen.
Thomas Wolf (59), derzeit Bürgermeister der Samtgemeinde Rodenberg und ehemaliger Erster Stadtrat von Barsinghausen, ist Mitglied der FDP, tritt aber als überparteilicher Kandidat und mit Unterstützung von CDU und FDP an.
Was ist aus Ihrer Sicht das größte Verkehrsproblem in Barsinghausen – und wie würden Sie es konkret lösen?
Henning Schünhof: "Aus meiner Sicht ist das größte Problem die unzuverlässige S-Bahn-Verbindung. Was einmal als Standortvorteil gewertet wurde, entwickelt sich mittlerweile zu einem kleinen Nachteil da man sich einfach nicht auf die S-Bahn verlassen kann. Hier hilft nur den Druck auf Region und Land weiter zu erhöhen, um hier eine Lösung einzufordern. Ein weiteres Problem ist das zunehmende Gegeneinander im Straßenverkehr. Es muss ein Ziel unseres Arbeitens sein, dass verschiedene Mobilitätsarten nebeneinander und nicht gegeneinander funktionieren."
Dorota Szymanska: "Es gibt Verkehrsprobleme in Barsinghausen, die aber nur zum Teil direkt von der Stadt gelöst werden können, weil es andere Zuständigkeiten gibt, wie das Beispiel der desaströsen Lage bei der S-Bahn und der L391 zeigen. Konkret geht es über ein gutes Netzwerk auch auf Ebene der Landesregierung, eine Zusammenarbeit mit anderen Kommunen und eigene Initiative. Wichtig ist, dass Menschen, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, berücksichtigt werden und für diese Gruppen Barrieren abgebaut werden."
Thomas Wolf: "Die größte Verkehrs-Herausforderung in Barsinghausen sind marode Straßen: Das gilt zum Beispiel für die L391 ab Bantorf und die L392 Richtung Wunstorf bei Groß Munzel. Aber auch viele städtische Straßen sind sanierungsbedürftig. Da es auch Landesstraßen sind, müssen Politik und Verwaltung alle Hebel in Bewegung setzen, um beim Land Druck zu machen. Oft wird in den Ortsdurchfahrten zu schnell gefahren. Weitere Großbaustelle ist der Radverkehr: Es fehlt ein Netz zwischen den Ortsteilen. Gerade der Norden braucht dringend den Anschluss an den geplanten Radschnellweg am Kanal – Zeit für einen systematischen Ausbauplan!"

