Hannover. Die Polizei Hannover zieht nach dem Silvestereinsatz 2025/2026 eine vorläufige Bilanz. Insgesamt verlief die Nacht im Stadtgebiet Hannover und Laatzen aus polizeilicher Sicht vergleichsweise ruhig.
Es kam punktuell vermehrt zu Containerbränden. Vereinzelt gab es Angriffe auf Einsatzkräfte mit Pyrotechnik. Darüber hinaus ahndeten die Einsatzkräfte mehrere Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz, die Sprengstoffverordnung sowie gegen bestehende Feuerwerksverbotszonen. Durch frühzeitige Präventionsmaßnahmen und konsequentes Einschreiten konnten größere Störungen weitgehend verhindert werden. Bereits am frühen Abend führten der Ordnungsdienst der Landeshauptstadt Hannover und die Polizei präventive Gaststättenkontrollen in der Innenstadt durch, unter anderem in der Georgstraße, der Goethestraße und der Münzstraße. Die Betreiberinnen und Betreiber zeigten sich durchweg kooperativ. Obwohl die Lage aus polizeilicher Sicht insgesamt als relativ ruhig einzustufen war, kam es zu folgenden
Vorfällen: Ein Einsatzschwerpunkt in der Silvesternacht waren - wie auch in den Vorjahren - Sachbeschädigungen durch brennende Abfallcontainer, insbesondere im Bereich Sahlkamp/Vahrenheide. Die ersten Brände wurden gegen 21:10 Uhr gemeldet.
Im weiteren Verlauf der Nacht nahmen die Brandmeldungen, auch im Bereich des Mühlenberger Marktes, zu. Die Feuerwehr Hannover war wiederholt im Einsatz und löschte mehrere Containerbrände. In einem Fall konnte durch das schnelle Eingreifen eine mögliche Gefährdung angrenzender Wohnhäuser verhindert werden.
Die Polizei leitete entsprechende Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung durch Feuer ein. Kurz nach Mitternacht, gegen 00:30 Uhr, kippten mehrere Personen im Bereich der Gronostraße in Hannover-Ricklingen ein vierrädriges Leichtkraftfahrzeug auf der Straße um. Durch mindestens eine männliche Person wurden Böller auf das Fahrzeug geworfen. Der Mann schoss auch mit einer Maschinenpistole in die Luft, welche sich später als eine Spielzeugwaffe herausstellte. Bei der Ingewahrsamnahme leistete der Mann Widerstand gegen die Polizeibeamten. In vier Fällen wurden Einsatzkräfte der Polizei mit Pyrotechnik angegriffen. Gegen 21:40 Uhr wurden Polizeikräfte auf der Georgstraße durch eine unbekannte Person mit einem Böller beworfen. Es wurde kein Beamter verletzt. Bei einem Beschuss von Polizisten mit einer Rakete wurden um ca. 23:25 Uhr ebenfalls keine Einsatzkräfte verletzt. Ein Tatverdächtiger konnte vor Ort nicht festgestellt werden. Als die Polizei um 00:40 Uhr zu einem Containerbrand in die Schwarzwaldstraße in Hannover-Sahlkamp/Vahrenheide gerufen wurde, wurden die Einsatzkräfte vor Ort durch mehrere Personen mit Böllern beworfen. Nach Hinzuziehung weiterer Kräfte wurden drei Männer in Gewahrsam genommen. Hierbei wurden vier Polizeibeamte durch den Böllerbewurf und einer zusätzlich durch den Widerstand bei der Festnahme leicht verletzt. Bei der Durchsuchung wurde bei einem der Männer eine Schreckschusswaffe aufgefunden. Gegen 01:25 Uhr wurden Polizeibeamte in der Magdeburger Straße bei der Aufnahme eines Brandes gezielt mit einer Rakete beschossen, verletzt wurden sie nicht. Gegen Mitternacht kamen auf dem Steintorplatz ca. 1000 Menschen zusammen. Es kam zu einem kurzzeitigen Anstieg des Zündens von Feuerwerkskörpern, die in einzelnen Fällen auch in Richtung von Personen oder Fahrzeugen geworfen wurden. Die Lage beruhigte sich rasch und nach sehr kurzer Zeit war der überwiegende Teil der Menschen bereits wieder abgewandert. Um 03:45 Uhr melden Anwohnende der Polizei, dass unbekannte einen großen, offenbar selbstgebauten, Böller auf eine Tankstelle im Stadtteil Marienwerder geworfen hätten. Dieser zerstörte die Verglasung und die Fassadenfront der Tankstelle. Trotz intensiver Suchmaßnahmen, auch unter Hinzuziehung eines Polizeihubschraubers, konnten die unbekannten Täter nicht gestellt werden.
Insgesamt führten die Einsatzkräfte in der Landeshauptstadt und in Laatzen folgende Maßnahmen durch:
185 Identitätsfeststellungen, 54 Sicherstellungen/Beschlagnahmen, drei vorläufige Festnahmen, 66 Platzverweise, 28 Ingewahrsamnahmen, 81 Gefährderansprachen, 155 Personendurchsuchungen, 15 Sachdurchsuchungen. In 23 Fällen wurde einfache körperliche Gewalt angewendet und vier Mal wurden Personen gefesselt.
Die Polizei leitete neun Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Verstoßes gegen die Feuerwerksverbotszone, vier Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Verstößen gegen die Waffenverbotszone, zwei Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung, ein Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs, vier Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz, vier Verfahren wegen des Verstoßes gegen die Sprengstoffverordnung, drei Verfahren wegen Beleidigung, acht Verfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte/ tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und diverse Verfahren wegen Sachbeschädigung ein.
Polizeioberrat Maik Zilien zieht als Gesamteinsatzleiter eine überwiegend positive Bilanz: „Der Jahreswechsel in Hannover und Laatzen verlief aus polizeilicher Sicht überwiegend ruhig. Die präventiven Maßnahmen und Einsatzkonzepte haben Wirkung gezeigt, die Präsenz der Polizei wurde von den Menschen akzeptiert und respektiert. In wenigen Fällen war polizeiliches Handeln erforderlich. Die Sicherheit im öffentlichen Raum war durchgehend gewährleistet. Mein Dank gilt sowohl den Einsatzkräften für ihr engagiertes Handeln als auch den Bürgerinnen und Bürgern, die verantwortungsbewusst gefeiert haben."

