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Vier Korridore, ein Konzept: So sollen neue Singletrails für Mountainbiker im Deister entstehen

Symbolfoto. Quelle: pixabay.

Hannover. Für Mountainbiker soll es im Deister künftig ein neues, legales und naturverträgliches Singletrail-Angebot geben. Die Region Hannover will dafür ein externes Unternehmen mit der Entwicklung eines entsprechenden Konzepts beauftragen. Über den Beschlussvorschlag sollen zunächst der Ausschuss für Regionalplanung, Naherholung, Metropolregion und Europaangelegenheiten am 17. September sowie der Regionsausschuss am 29. September beraten. Die endgültige Entscheidung ist für die Regionsversammlung am 6. Oktober vorgesehen.

Vier mögliche Korridore im Blick

Hintergrund ist das seit Januar 2024 laufende „Aktionsprogramm Deister“. Daran beteiligt sind unter anderem die betroffenen Städte und Gemeinden, Landkreise, Waldeigentümer, Verbände, Vereine sowie weitere politische und lokale Akteure. Ziel ist es, den bestehenden Interessenkonflikt rund um das Mountainbiking im Deister zu bearbeiten. Themen sind unter anderem ein naturverträgliches Mountainbike-Angebot, Besucherlenkung, ein Deister-Kodex und die künftige Organisation.

Im Rahmen des Programms wurden zunächst vier Korridore auf Flächen der Niedersächsischen Landesforsten als grundsätzlich geeignet bewertet. Dabei sollen sowohl forstliche und naturschutzfachliche Belange als auch die Interessen von Mountainbikern berücksichtigt worden sein. Diese Korridore sollen nun weiter konkretisiert werden. Das geplante Trailnetz soll das bestehende Wegenetz ergänzen. Dieses umfasst im Deister rund 650 Kilometer und kann laut Region grundsätzlich auch von Mountainbikern genutzt werden. Das bereits erarbeitete Zonierungskonzept soll dabei als fachliche Grundlage für die weitere Planung dienen.

Naturverträglichkeit steht im Mittelpunkt

Das neue Konzept soll verschiedene Anforderungen berücksichtigen. Dazu gehören naturschutzfachliche Vorgaben ebenso wie unterschiedliche Mountainbike-Disziplinen und Schwierigkeitsgrade. Auch die Wegeführung und die Anbindung an vorhandene Forstwege, Verkehrsachsen, Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs und Parkplätze sollen untersucht werden.

Darüber hinaus sollen mögliche Konflikte mit anderen Nutzergruppen identifiziert und Lösungen dafür entwickelt werden. Auch der spätere Unterhaltungs- und Verkehrssicherungsaufwand soll Bestandteil des Konzepts sein.

Die Region will mit einem attraktiven legalen Angebot zugleich eine Lenkungswirkung erreichen und Konflikte im Wald reduzieren. Voraussetzung dafür sei ein schlüssiger Wegeverbund, der für Mountainbiker attraktiv ist und gleichzeitig möglichst wenig in Wald, Natur und Landschaft eingreift.

Region will zunächst Trägerschaft übernehmen

Da die erforderliche Mountainbike-Fachexpertise nach Angaben der Region nicht hausintern vorhanden ist, soll die Konzepterstellung an einen externen Dienstleister vergeben werden. Nach Fertigstellung des Konzepts soll geprüft werden, ob für die Umsetzung eine Änderung der Landschaftsschutzgebietsverordnung notwendig und möglich ist.

Für die Übergangszeit beabsichtigt die Region Hannover, gemeinsam mit den betroffenen Deister-Kommunen die Trägerschaft für die Singletrails zu übernehmen. Die rechtlichen Grundlagen für eine kommunale Trägerschaft seien bereits vorabgestimmt. Mittelfristig soll die Unterhaltung und der Betrieb der Trails allerdings in die Verantwortung der Mountainbike-Community übergehen.

Streit um bestehende Trails

Parallel zur Planung des neuen Angebots gibt es weiterhin einen Rechtsstreit um bereits bestehende Mountainbike-Trails. Der Verein Deisterfreun.de hatte bis Ende 2025 drei Trails im Landschaftsschutzgebiet Norddeister auf Grundlage befristeter Befreiungen betrieben. Die Region lehnte eine Verlängerung der Befreiung im Februar 2026 ab und ordnete im April den Rückbau der Trails an.

Der Verein ging dagegen vor. Das Verwaltungsgericht Hannover lehnte am 19. August 2026 den Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz ab und bestätigte sowohl die Ablehnung der Befreiung als auch die Rückbauanordnung. Gegen den Beschluss wurde Beschwerde beim Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht eingelegt. Mit einer Entscheidung wird laut Region nicht vor Oktober gerechnet.

Die Region berichtet zudem, dass Gespräche mit dem Verein über eine mögliche Trägerschaft ohne Ergebnis geblieben seien. Auch der Deutsche Alpenverein, Sektion Hannover, habe nicht als alleiniger Träger gewonnen werden können, sondern lediglich eine Zusammenarbeit beziehungsweise gemeinsame Trägerschaft in Aussicht gestellt.

Entscheidung über Konzept im Oktober

Mit der geplanten Beauftragung soll nun die Grundlage für ein konkretes Singletrail-Netz geschaffen werden. Zunächst muss jedoch die Regionsversammlung über den Beschlussvorschlag entscheiden. Die Sitzung ist für den 6. Oktober 2026 vorgesehen.