Barsinghausen. Mit gut einem Dutzend Teilnehmerinnen und Teilnehmern ging es unter der Führung von Christian Stahl und Heidrun Bartz durch die Feldmark von Barsinghausen zum Windpark nach Leveste. Dort stehen derzeit acht Windenergieanlagen mit jeweils 2,0 beziehungsweise 2,3 MW Leistung und einer Gesamthöhe von rund 100 Metern. Nach heutigen Maßstäben kleine Anlagen, die gleichwohl das Landschaftsbild zwischen Leveste und Eckerde prägen. Vor allem aber leisten sie einen wichtigen Beitrag zur regionalen Energiewende: Die Anlagen tragen maßgeblich dazu bei, dass die Stadt Gehrden bilanziell bereits heute zu 100 Prozent mit erneuerbarem Strom versorgt wird. Rund die Hälfte des im Gehrdener Stadtgebiet erneuerbar erzeugten Stroms stammt allein aus diesem Windpark.
„Und das seit über 20 Jahren“, betonte Jan Pinkernelle, Geschäftsführer der Betreibergesellschaften, die derzeit ein Repowering der Anlagen planen. Noch seien die jeweiligen Betreibergemeinschaften jedoch sehr zufrieden mit den bestehenden Anlagen: „Sie drehen sich und drehen sich und …“ – und erzeugen dabei nicht nur grünen Strom, sondern sichern auch Wertschöpfung direkt vor Ort.
Anschließend führte die Tour weiter zum Mühlenberg in direkter Nachbarschaft des Wassergewinnungsgeländes des Wasserverbandes Garbsen-Neustadt nördlich von Ostermunzel. Dort, direkt auf der Stadtgrenze zwischen Seelze und Barsinghausen, steht die bislang einzige repowerte Windenergieanlage im gesamten Calenberger Land. Mit einer Gesamthöhe von 175 Metern, einer Turmhöhe von 119 Metern, einem Rotordurchmesser von 112 Metern und einer maximalen Leistung von 3.300 kW ist sie mehr als dreimal so leistungsstark wie die älteren Anlagen in ihrer Umgebung. Die Jahresproduktion liegt bei rund acht Millionen Kilowattstunden – beinahe sechsmal so viel wie bei der ursprünglich dort betriebenen Anlage.
Die Höhe der Windkraftanlage musste seinerzeit aufgrund der Anforderungen des Flughafens Wunstorf begrenzt werden. Andernfalls wäre bereits im Jahr 2017 eine noch größere Anlage errichtet worden. Zum Schutz der Fledermäuse wird die Anlage außerdem in den sieben Sommermonaten bei entsprechenden Temperaturen und Windbedingungen zeitweise abgeschaltet.
„Die Besorgnisse des Wasserverbandes, dass das Grundwasser durch die Windenergieanlagen verunreinigt werden könnte, haben sich seit über 20 Jahren als unbegründet erwiesen“, erklärte Christian Stahl, einer der Betreiber der Anlage. Auch zur Diskussion um die Anlagenhöhe äußerte er sich: „Gerne fahren wir mit dem Fahrrad von Ostermunzel auf den Windpark zu. Dann wird deutlich, wie sehr sich das menschliche Auge manipulieren lässt. Denn dann erscheint die Kleinste, am dichtesten an der Ortschaft stehende Anlage als die Größte.“ Für die Anwohnerinnen und Anwohner seien die Anlagen längst kein Problem mehr, da sie weder störenden Lärm verursachten noch Schattenwurf erzeugten.
Basche erneuerbar unterstützt die inzwischen politisch angestoßenen Änderungen der Flächennutzungspläne zugunsten von drei weiteren Windparks zwischen Nordgoltern und Landringhausen im Süden sowie Ostermunzel und Lathwehren im Norden. „Denn sie werden so viel Strom liefern, dass sowohl Barsinghausen als auch Seelze mittelfristig bilanziell zu 100 Prozent erneuerbar versorgt werden können“, freut sich Vorstand Udo Sahling.
Die nächste Zukunfts-Tour von Basche erneuerbar zum Thema „Kommune kann Klimaschutz“ findet am Samstag, 6. Juni, statt. Start ist um 11.15 Uhr am Bahnhof Barsinghausen. Die Route führt vorbei an Barsinghausens „Thermalquelle“ zum neuen Wasserwerk und weiter zur Kläranlage.

