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Wo er einst das Rettungswesen prägte: Kersten Enke kehrt nach Ronnenberg zurück

von links: Niklas Tracht (Notfallsanitäter, Leitungsteam Ehrenamt im OV Deister), der scheidende Ortsbeauftragte Ernesto Nebot Pomar, der neue Ortsbeauftragte Kersten Enke, Regionalvorstand Dr. Robin Schwerdtfeger, Dienstellenleiter Olav Grote (fehlt: Lena Köhne vom Leitungsteam Ehrenamt im OV Deister). Quelle: JUH / Schwarzenberger.

Ronnenberg. Das Leitungsteam des Johanniter-Ortsverbands Deister in Ronnenberg sortiert sich neu: Mit dem Notfallsanitäter und Diplom-Gesundheitslehrer Kersten Enke hat jetzt ein erfahrener Johanniter das Ehrenamt als Ortsbeauftragter übernommen. Er teilt sich mit dem hauptamtlichen Dienststellenleiter Olav Grote die Führungsaufgaben im Verband. Während Grote unter anderem Hausnotruf-Einsatzdienst, Breitenausbildung und die vier Kitas des Ortsverbands im Blick hat, legt Enke den Fokus auf die ehrenamtlichen Missionen. „Das sind Sanitätsdienste, Katastrophenschutz und die Ronnenberger Johanniter-Jugend.“ Den Dienstsitz am Hagacker in der Kernstadt kennt Kersten Enke gut. Dort prägte er als Fachdozent und ab dem Jahr 2000 als Schulleiter die Sanitäterausbildung in der einstigen Johanniter-Schule mit.

Neun Jahre lang war der Hagacker 5b Standort der Johanniter-Schule. Die zog später nach Hannover um und entwickelte sich zur heutigen Johanniter-Akademie Niedersachsen/Bremen. Aber von 1995 bis 2004 kamen aus ganz Deutschland Menschen zur rettungsmedizinischen Ausbildung nach Ronnenberg; am Ende waren es rund 400 jedes Jahr. Schon in den 1980er Jahren betrieben die Johanniter in der einstigen Sauerkrautfabrik eine Werkstatt für Fahrzeuge. Nach einem Umbau diente der Komplex für die Aus- und Fortbildung von Mitarbeitenden des Rettungsdienstes, des Katastrophenschutzes und von Erste-Hilfe-Trainern. Kersten Enke baute damals auch Kontakte zur internationalen Rettergemeinschaft aus; nach Bosnien-Herzegowina, Niederlande und Türkei. Bis heute arbeitet die Johanniter-Akademie für die Sanitäterausbildung zudem eng mit der Bundeswehr zusammen; auch diese Verbindung stammt aus der Ronnenberg-Ära. Und die Tatsache, dass am Hagacker kompaktes Rettungswissen bereitstand, wusste man auch anderweitig zu schätzen. „Einmal ging bei uns ein Notruf wegen eines Herzinfarkts in der Nachbarschaft ein“, erinnert sich Enke. Kein Rettungswagen war näher als die Ronnenberger Johanniter-Ausbilder. „Wir konnten erfolgreich reanimieren.“

Der 66-Jährige Kersten Enke ist der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) seit seiner Jugend ehrenamtlich eng verbunden. Schon 1976 war er in der Johanniter-Jugend aktiv, später in der Breitenausbildung, im Katastrophenschutz und im Rettungsdienst. Als examinierter Krankenpfleger, Notfallsanitäter und Diplom-Gesundheitslehrer absolvierte er unterschiedliche Bereiche bei den Johannitern. Hauptamtlich begann er 1990 als Lehrrettungsassistent – während seines Studiums – in Hildesheim seine berufliche Karriere bei den Johannitern. Die Johanniter-Schule, und später die Akademie, leitete Enke insgesamt 25 Jahre lang bis zu seinem Ruhestand. Im Februar dieses Jahres übergab er die Leitung an seine Nachfolgerin Natalie-Reyes Castellanos-Herr. Wie zu vielen Ortsverbänden, die angehende Rettungssanitäter, Erste-Hilfe-Trainerinnen und Führungskräfte an die Johanniter-Akademie entsenden, hielt Enke auch zum Ortsverband Deister stets engen Kontakt. Dort versah, von 2019 bis zum Juli dieses Jahres, der Laatzener Ernesto Nebot Pomar das Ehrenamt als Ortsbeauftragter. Er schied jüngst aus eigenem Wunsch aus der Ortsverbandsleitung aus. Es lag also nahe, dass der Ronnenberger Dienststellenleiter Olav Grote dem frisch in den „Unruhestand“ gewechselten Enke das Amt eines Ortsbeauftragten antrug. „Ich habe mir ein paar Tage Zeit genommen“, berichtet er. „Und fand dann die Idee richtig gut.“ Jetzt lernt er zunächst die Ehrenamtlichen und die lokale Johanniter-Jugend besser kennen.

Nach dem Umzug der Johanniter-Schule hatte der 2001 gegründete Ortsverband Deister das Gebäude der Einrichtung am Hagacker übernommen. Und genau dort versieht Kersten Enke nun seine neuen ehrenamtlichen Aufgaben. Zurück zu den Wurzeln; sozusagen.