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Avacon bringt Netzperspektive bei den Niedersächsischen Energietagen ein

"Wir sollten als Energiebranche stärker das Gemeinsame betonen als darauf zu achten, dass der Einzelne Vorteile hat" erklärte Avacon-Geschäftsführer Christian Ehret auf den Niedersächsischen Energietagen. Foto: efzn, Peter Heller.

Hannover. Wie bleibt die Energieversorgung sicher und bezahlbar, während immer mehr erneuerbare Energien, Wärmepumpen, Elektrofahrzeuge und Speicher in das Energiesystem integriert werden? Mit dieser und weiteren zentralen Fragen der Energiewende beschäftigten sich Fachleute aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft bei den heute zu Ende gegangenen 18. Niedersächsischen Energietagen im Alten Rathaus Hannover. Unter dem Motto „Mit Energie auf Kurs?! Transformation meistern in unsicheren Zeiten“ standen Lösungswege für ein widerstandsfähiges und zukunftsfähiges Energiesystem im Mittelpunkt.

Auch die Avacon brachte ihre Perspektive als Verteilnetzbetreiber in die Diskussionen ein. Gemeinsam mit Christian Meyer, Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Bianca Beyer von den Unternehmerverbänden Niedersachsen und Silke Weyberg vom Landesverband Erneuerbare Energien Niedersachsen-Bremen diskutierte Christian Ehret, Geschäftsführer der Avacon Netz GmbH, über die politischen, wirtschaftlichen und infrastrukturellen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transformation des Energiesystems.

Gemeinsames Handeln statt Einzelinteressen

Christian Ehret erklärt: „Die erste Halbzeit der Energiewende war ein Erfolg: In unserem Netzgebiet sind bereits rund 17 Gigawatt erneuerbare Erzeugungsleistung angeschlossen. Wenn wir die nach nachgelagerten Verteilnetze betrachten, sind es sogar 31 Gigawatt. Wir müssen uns jetzt gemeinsam auf den Weg machen, wenn wir gemeinsam als “ Energiewende” Team auch die zweite Halbzeit erfolgreich meistern wollen. Politik, Wirtschaft und die Energiebranche müssen an einem Strang ziehen. Um die gesteckten Ausbauziele zu erreichen, investieren wir Milliardenbeträge. Dafür müssen sich aber auch die Bedingungen für Investoren verbessern und attraktiver werden und die Ausbaugeschwindigkeit muss spürbar steigen. Hier ist die Politik gefordert, die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Um die Dekarbonisierung zu erreichen ist entscheidend, wieviel grün erzeugte Kilowattstunden beim Kunden ankommen, die fossil erzeugte Kilowattstunden verdrängen, nicht allein die Frage, wieviel Erneuerbare-Energien-Anlagen an das Netz angeschlossen werden.”

“Insgesamt müssen wir aufpassen, dass die Energiewende nicht immer komplexer wird und die Systemkosten nicht ins Unermessliche steigen. Wir sollten als Energiebranche stärker das Gemeinsame betonen als darauf zu achten, dass der Einzelne Vorteile hat”, so Ehret abschließend.

DataFleX zeigte neue Wege für ein flexibles Energiesystem

Wie die Digitalisierung dazu beitragen kann, vorhandene Netzkapazitäten effizienter einzusetzen, zeigte das Forschungsprojekt DataFleX in der begleitenden Posterausstellung. Das Projekt stellt einen Ansatz vor, um bislang getrennte Datenräume aus den Bereichen Energie, Wärme und Mobilität miteinander zu verbinden. Ziel des Projekts ist, auch kleinere dezentrale Anlagen künftig sicher und marktbasiert als Flexibilitäten für das Energiesystem nutzbar zu machen. Avacon bringt dabei seine praktische Erfahrung aus dem Betrieb von Verteilnetzen ein.

Im Netzgebiet von Avacon wird dazu das sogenannte Flexband erprobt. Es berücksichtigt die technischen Grenzen des Stromnetzes und soll gleichzeitig möglichst große Spielräume für den flexiblen Einsatz dezentraler Anlagen ermöglichen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen einen Beitrag zur Entwicklung eines skalierbaren Redispatch 3.0 leisten.

Forum für den Austausch zur Energiewende

Die Niedersächsischen Energietage werden seit 2008 unter organisatorischer Leitung des Energie-Forschungszentrums Niedersachsen durchgeführt. Sie fördern den Austausch zwischen unterschiedlichen Fachrichtungen und gesellschaftlichen Gruppen über die Weiterentwicklung des Energiesystems. Die Schirmherrschaft der diesjährigen Veranstaltung hatte Christian Meyer, Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz, übernommen.