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S-Bahn Hannover am neuen Tiefpunkt: SPD-Regionsfraktion fordert erneute Prüfung aller Optionen gegenüber Transdev.

Symbolfoto.

Hannover. Angesichts der nochmals deutlich verschärften Situation bei der S-Bahn Hannover fordert die SPD-Regionsfraktion weitere Konsequenzen gegenüber dem Betreiber Transdev. Nach aktuellem Kenntnisstand der Fraktion ist derzeit nur noch rund die Hälfte der für den regulären Betrieb benötigten Fahrzeuge einsatzfähig. Seit einiger Zeit verkehren deshalb im gesamten S-Bahn-Netz Züge mit deutlich geringeren Kapazitäten als vorgesehen. Selbst im Berufsverkehr sind Verbindungen, die eigentlich in Doppel- oder Dreifachtraktion fahren müssten, teilweise nur noch mit einem Zug unterwegs.

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„Wir haben in den vergangenen Monaten ganz bewusst darauf verzichtet, jede neue Störung und jeden Ausfall öffentlich zu kommentieren. Stattdessen haben wir gemeinsam mit der Regionsverwaltung in zahlreichen Gesprächen immer wieder darauf gedrängt, dass sich die Situation für die Fahrgäste endlich verbessert“, erklärt Regina Hogrefe, Vorsitzende der SPD-Regionsfraktion. „Aber wir müssen feststellen: Diese Verbesserung ist nicht eingetreten. Im Gegenteil. Die S-Bahn ist an einem neuen Tiefpunkt angekommen.“

Auf politischen Druck hin hat Transdev inzwischen mehrere Ersatzfahrzeuge angemietet. Auch die Instandhaltungskapazitäten sollen verstärkt und die Werkstatt in Celle weiter ausgebaut werden. Die aktuelle Entwicklung zeigt aus Sicht der SPD-Fraktion jedoch, dass diese Maßnahmen bislang bei Weitem nicht ausreichen.

Besonders deutlich wird die Dimension der Krise in der aktuellen Mitteilung der S-Bahn Hannover selbst. Darin kündigt der Betreiber im gesamten Netz verkürzte Züge an und warnt vor weniger Sitzplätzen, volleren Zügen und möglicherweise längeren Wartezeiten. Für den Lehrte-Pendel wird zeitweise sogar Busnotverkehr eingerichtet. Gleichzeitig bittet die S-Bahn ihre Fahrgäste ausdrücklich, in den kommenden Tagen auf nicht zwingend notwendige Fahrten zu verzichten oder alternative Verkehrsmöglichkeiten zu nutzen.

„Wenn der Betreiber einer S-Bahn seine Fahrgäste selbst bittet, nach Möglichkeit auf andere Verkehrsmittel auszuweichen, ist eine Grenze erreicht“, sagt Hogrefe. „Die Menschen in der Region müssen sich darauf verlassen können, morgens zur Arbeit, zur Schule oder zu wichtigen Terminen zu kommen. Transdev hat sich vertraglich verpflichtet, diese Verkehrsleistung zu erbringen. Dieser Verpflichtung wird das Unternehmen derzeit nicht gerecht.“

Zu den seit Langem bestehenden Belastungen durch Baustellen und Störungen der Schieneninfrastruktur kommt nun die massiv eingeschränkte Fahrzeugverfügbarkeit hinzu. Transdev nennt dafür unter anderem technische Fahrzeugstörungen, Schwierigkeiten bei der Ersatzteilbeschaffung und Schäden infolge von Problemen an der Infrastruktur.

Jonas Farwig, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Regionsfraktion, pendelt selbst jeden Werktag mit der S-Bahn nach Hannover. Er erklärt: „Ich erlebe die Situation täglich selbst. Verspätungen, Ausfälle und kurzfristige Änderungen gehören für viele Fahrgäste inzwischen leider zum Alltag. Inzwischen kommen noch deutlich reduzierte Kapazitäten hinzu. Gerade im Berufsverkehr sind überfüllte Züge längst Realität. Für Pendlerinnen und Pendler ist dieser Zustand nicht mehr hinnehmbar.“

Die SPD-Regionsfraktion fordert deshalb, sämtliche vertraglichen und rechtlichen Handlungsoptionen gegenüber Transdev erneut auf den Tisch zu legen. Auch weitreichende Schritte bis hin zu einer Teilkündigung einzelner Linien oder Kündigung des Verkehrsvertrages waren in der Vergangenheit bereits geprüft und aus unterschiedlichen Gründen nicht weiterverfolgt worden. Angesichts der aktuellen Zuspitzung müsse diese Optionen nun erneut geprüft werden.

„Uns ist bewusst, dass eine Kündigung nicht automatisch dafür sorgt, dass am nächsten Morgen mehr Züge fahren. Solche Entscheidungen haben erhebliche rechtliche und betriebliche Konsequenzen“, betont Hogrefe. „Genau deshalb sind diese Möglichkeiten in der Vergangenheit sehr sorgfältig geprüft worden. Aber die Lage hat sich weiter verschärft. Deshalb erwarten wir, dass jetzt erneut alle Optionen geprüft werden. Ein einfaches ‚Weiter so‘ kann es nicht geben.“

Farwig ergänzt: „Transdev muss jetzt sehr kurzfristig einen belastbaren Weg aufzeigen, wie die Fahrzeugverfügbarkeit wieder auf ein akzeptables Niveau gebracht wird. Weitere Ersatzfahrzeuge, zusätzliche Instandhaltungskapazitäten und schnellere Reparaturen müssen dabei eine Rolle spielen. Entscheidend ist am Ende nicht, was angekündigt wird, sondern was für die Fahrgäste tatsächlich auf der Schiene ankommt.“