Barsinghausen. Mit eindringlichen Worten und persönlichen Erfahrungen hat der Autor und Aktivist Jakob Springfeld am Mittwoch (15. April) Schülerinnen und Schüler am Hannah-Arendt-Gymnasium (HAG) in Barsinghausen erreicht. Im Mittelpunkt seines Besuchs stand eine klare Botschaft: Demokratische Meinungsvielfalt dürfe niemals mit Drohungen beantwortet werden.
Lesung für Demokratie und Aufklärung
An der Veranstaltung nahmen neben den Jahrgängen 9 und 10 des HAG auch Schülerinnen und Schüler der Lisa-Tetzner-Schule (LTS) sowie der KGS Barsinghausen teil. Zudem waren Vertreterinnen der Initiative „Omas gegen Rechts“ anwesend, die die Lesung initiiert hatten. Ziel war es, insbesondere Erstwähler für die Gefahren extremistischer und undemokratischer Strömungen zu sensibilisieren.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Cedric und Karen aus der Q2, die mit gezielten Fragen in das Gespräch einführten und so den Austausch strukturierten.
Einblicke in ein Leben gegen Rechtsextremismus
In seiner Lesung schilderte Springfeld seine Jugend im sächsischen Zwickau und die dort präsente Neonazi-Szene. Anhand von Auszügen aus seinem Buch Unter Nazis; Jung, ostdeutsch, gegen Rechts machte er deutlich, wie stark Hass und Gewalt seinen Alltag geprägt haben.
Bewegend war laut den Organisatoren seine Erklärung der langen Namenslisten zu Beginn des Buches: Sie erinnern an Menschen, die seit 1990 durch rassistisch motivierte Gewalt in Deutschland getötet wurden. Stellvertretend berichtete Springfeld über das Schicksal von Süleyman Taşköprü, der 2001 in Hamburg ermordet wurde, und übte dabei auch Kritik am damaligen Versagen der Behörden.
Offene Fragerunde und aktuelle Themen
Im Anschluss nutzten die Schüler die Gelegenheit, eigene Fragen zu stellen. Diskutiert wurden unter anderem Themen wie die sogenannte „Brandmauer“, der Erfolg der AfD sowie Springfelds Einschätzung zur politischen Zukunft Deutschlands. Die offene Atmosphäre ermöglichte einen direkten und ehrlichen Austausch.
Aufruf zum Engagement
Zum Abschluss wandte sich Schulleiterin Silvia Bethe an die Anwesenden und betonte die Bedeutung von gesellschaftlichem Engagement: „Ihr merkt, da steckt Sprengstoff drin. Ihr werdet im Politikunterricht Gelegenheit haben, weiter darüber zu diskutieren. Zum Abschluss möchte ich mich Herrn Springfelds Plädoyer anschließen: Tut etwas, engagiert euch für unsere Demokratie!“
Breite Unterstützung für die Veranstaltung
Finanziert wurde die Lesung von der Stadtsparkasse Barsinghausen, dem Kirchenkreis Ronnenberg sowie der Initiative Barsinghausen ist bunt.

